Stolpersteine

Stolpersteine in Chemnitz
Foto: Andreas Seidel |

Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: Bereits 379 „Stolpersteine“ lassen in Chemnitz Menschen innehalten. Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet, in den Tod oder in die Flucht getrieben wurden. 10 mal 10 cm kleine Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten.

Stolpersteinverlegung am 6. Mai 2026

Am 6. Mai 2026 wurden in Chemnitz 19 weitere Stolpersteine verlegt, die an Menschen erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden.
Bürgermeister Ralph Burghart eröffnee den Tag am Standort Eulitzstraße 7, an dem für Hanna Luise Sachs, geb. Cohn, ein Stolperstein verlegt wurde. Ihre Tochter Tana Sachs war ebenfalls vor Ort und sprach emotionale Worte. Sie wurde 1938 in Chemnitz geboren und ist damit eines der letzten jüdischen Kinder, das in Chemnitz während des Holocaust geboren wurde.

 

alle Verlegeorte und Steine der Stolpersteinverlegung am 6. Mai 2026

Das Projekt "Stolpersteine"

Künstler Gunter Demnig
Foto: Stadt Chemnitz, Bürgermeisteramt

Das Projekt „Stolpersteine“ geht auf den Kölner Künstler Gunter Demnig zurück. Dieser konzipierte die „Stolpersteine“ 1993 und konnte bereits ein Jahr später die ersten Gedenksteine in Köln verlegen.
Inzwischen erinnern über 43.500 „Stolpersteine“ in mehr als 1000 Orten in Deutschland und Europa an die Opfer.

Anliegen ist es unter anderem, den Opfern des nationalsozialistischen Regimes, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein.

Gunter Demnig, vielfach für sein Projekt geehrt, erhielt 2005 das Bundesverdienstkreuz und den German Jewish History Award der Obermayer Foundation.

Pate/Patin werden

Die Finanzierung der Stolpersteine übernehmen Paten. Die Stadt Chemnitz trägt die Tiefbauarbeiten und die organisatorischen Leistungen.

Für 120 Euro kann jeder Bürger und jede Bürgerin eine Patenschaft für Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. Anfragen richten Sie bitte direkt stolpersteine(at)stadt-chemnitz.de oder an den Stadtverband Chemnitz des VVN/BdA.

Stolpersteine in Chemnitz

Broschüre

Die Broschüre “Stolpersteine in Chemnitz”  bietet einen Überblick über die Verlegung der Stolpersteine in der Stadt, informiert über die Möglichkeit eine Patenschaft zu übernehmen und erzählt exemplarische Lebensgeschichten von Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden.

Die Broschüre liegt in gedruckter Form im Rathaus aus.

Projektträger

Logo Verein der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten

Der VVN/BdA ist Träger des Projektes und verantwortlich für die inhaltliche Arbeit, Ansprechpartner für Vorschläge der zu ehrenden Personen und betreut die Paten.

Die organsatorischen Vorbereitungen und die Verlegung der Gedenksteine werden durch eine Projektgruppe der Stadtverwaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Sven Schulze koordiniert.