Chemnitzer Friedenstag am 5. März
Bombardierung der Stadt Chemnitz jährt sich zum 81. Mal
Hunderte Chemnitzerinnen und Chemnitzer haben am heutigen 5. März bei zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen an die Bombardierung und Zerstörung von Chemnitz am 5. März 1945 erinnert.
Die abendliche Hauptveranstaltung auf dem Neumarkt stand unter dem Titel „Friedenstüchtig bleiben“, organisiert von der AG Chemnitzer Friedenstag. Gedanken zum Frieden äußerten Oberbürgermeister Sven Schulze, Christoph Magirius, Ehrenbürger und langjähriges Mitglied der AG Chemnitzer Friedenstag, Michael Veihelmann, theologischer Geschäftsführer der Zeisigwaldkliniken Bethanien und Träger des Chemnitzer Friedenspreises 2008 für die unentgeltliche medizinische Behandlung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, sowie Dr. Christoph Dittrich, Intendant der Städtischen Theater Chemnitz, die den Friedenstag von Anfang an unterstützen. Die künstlerische Ausgestaltung übernahmen Solisten:innen vom Ballett Chemnitz unter der Leitung von Ballettdirektorin Sabrina Sadowska.
mehrDer Blick in die Welt zeigt uns: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, Frieden ist zerbrechlich. Gerade deshalb ist das diesjährige Motto unseres Chemnitzer Friedenstages so treffend: Friedenstüchtig bleiben.
Bilder des Tages
"F-R-I-E-D-E-N" auf dem Neumarkt, dem zentralen Ort des Friedenstages
Seit dem Vormittag konnten Chemnitzerinnen und Chemnitzer am Friedenskreuz auf dem Neumarkt Friedenswünsche formulieren. Der Neumarkt war über den gesamten Tag der zentrale Ort des Friedenstages mit zahlreichen Aktionsständen rund um das Thema F-R-I-E-D-E-N.
Seit dem Vormittag konnten Chemnitzerinnen und Chemnitzer am Friedenskreuz auf dem Neumarkt Friedenswünsche formulieren. Der Neumarkt war über den gesamten Tag der zentrale Ort des Friedenstages mit zahlreichen Aktionsständen rund um das Thema F-R-I-E-D-E-N. Neben den Friedensbannern des Jugendkunstprojekts Aktion C, die das Rathaus und den Neumarkt zieren, konnten die Teilnehmenden Informations- und Dialogangebote zivilgesellschaftlicher Initiativen, Lesungen, Musikbeiträge und Interviews, Mitmachaktionen für Kinder und Familien sowie Ausstellungen zu Demokratie, Vielfalt und Erinnerungskultur wahrnehmen. Zudem blickte die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag mit einer eigenen Ausstellung auf ein Vierteljahrhundert intensive ehrenamtliche Arbeit zurück.
Friedenswege durch die Stadt
Kranzniederlegung und Gedenkveranstaltung auf dem Städtischen Friedhof
Der Tag begann am Vormittag mit der traditionellen Gedenkveranstaltung auf dem Städtischen Friedhof. Am Mahnmal für die Opfer der Bombardierung der Stadt Chemnitz wurden Kränze niedergelegt. Oberbürgermeister Sven Schulze, Landtagspräsident Alexander Dierks sowie Schüler:innen von weiterführenden Chemnitzer Schulen erinnerten an die Bombennacht am 5 März 1945 in Chemnitz. Zeitzeuge Horst Heidernätsch hatte die Bombenangriffe als Kind in Gablenz erlebt und teilte seine Eindrücke.
Chemnitzer Friedenspreis zum 23. Mal verliehen
Initiativen und Personen für ihr Engagement geehrt
Am Abend des 6. März, einen Tag nach dem Chemnitzer Friedenstag, wurde im Stadtverordnetensaal des Chemnitzer Rathauses zum 23. Mal der Chemnitzer Friedenspreis feierlich verliehen. Der zivilgesellschaftliche Preis wird jährlich im Umfeld des Chemnitzer Friedenstages, dem Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz am 5. März 1945, vom Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V. und von der Migrationsbeauftragten der Stadt Chemnitz, Etelka Kobuß, ausgelobt und vergeben. Ausgezeichnet von der vielfältig zusammengesetzten Jury werden Personen, Organisationen, Projekte und Initiativen aus Chemnitz, die für Grundwerte wie Toleranz, Gleichberechtigung und Demokratie eintreten und Frieden generationenübergreifend weiterdenken.
Die Preisträger:innen:
- Verein Iranian Home
- Projekt „Anders denken“ – ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e. V.
- Annelore Krauß
- Kinder- und Jugendpreis: Chemnitzer Jugendforum
Plötzlich fühlt sich Krieg wieder nah an
Der Chemnitzer Friedenstag ist jedes Jahr auch Anlass für ein Treffen der Zeitzeugen. Bei Kaffee und Kuchen tauschen sich die Überlebenden des 5. März 1945 aus. Mindestens genauso wertvoll ist aber, dass Schülerinnen und Schüler ihnen zuhören.
mehrSonderpreis im Malwettbewerb Mayors for Peace
Am Friedenstag überreichte Oberbürgermeister Sven Schulze dem zehnjährigen Marius, Schüler der Kooperationsschule Chemnitz, den Sonderpreis des internationalen Malwettbewerbs der Mayors for Peace. Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters waren dazu aufgerufen, selbstgemalte Kunstwerke einzureichen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. 8.079 Bilder aus 153 Städten in 19 Ländern sind eingereicht worden. Ausgezeichnet wurden weltweit 52 Preisträger:innen.
Friedensbanner am Rathaus
Traditionelles Schülerprojekt der Aktion C
Eine Woche zuvor werben die bunten Friedensbanner an der Fassade des Chemnitzer Rathauses für den Chemnitzer Friedenstag am 5. März.
Initiator Gerald Richter von der Bürgerinitiative Aktion ©: „2025 konnten wir als Kulturhauptstadt unser Bannerprojekt umfassend präsentieren. 250 Banner hingen acht Wochen lang an der Schule am Hartmannplatz und bis zum Jahresende in der Hartmannfabrik. In letzter Minute haben sich noch eine Reihe von Schulen am Bannerprojekt beteiligt, um am Weltrekordversuch als größtes Jugendkunstprojekt beteiligt zu sein. Zum Imagine Festival am 26. Juni 2025 konnten wir dann die stolze Länge von 3.601 Metern aller Banner und Plakate verkünden, weit mehr, als wir anvisiert hatten."
Die Banner aus 2025 vom Förderzentrum Georg Götz, dem Förderzentrum F.H. Pestalozzi, dem Europäischen Gymnasium Waldenburg, der Oberschule am Hartmannplatz und der Unteren Luisenschule werden nun noch einmal am Rathaus, in der Galerie Roter Turm, an der Oper und in der Jakobi-Kirche präsentiert.
mehr"Von Friedensgeschichten müssen wir erzählen"
Christoph Magirius im Interview
Er kann sich ein Leben ohne das Thema Frieden nicht vorstellen, erzählt Ehrenbürger Christoph Magirius. Der 89-Jährige war nicht nur ein wichtiger Verhandlungspartner der Friedlichen Revolution 1989 in Chemnitz, sondern engagiert sich auch für den Friedenstag in Chemnitz. Seit einem Vierteljahrhundert ist er Teil der AG Friedenstag, die sich dafür einsetzt, dass der Schrecken des Krieges Chemnitz nie mehr erreicht und leistet Friedensarbeit mit den jungen Generationen. Was ihnen dabei besonders wichtig ist, schildert Christoph Magirius im Interview.
Der diesjährige 25. Chemnitzer Friedenstag blickt auf ein Vierteljahrhundert Friedensinitiative in Chemnitz zurück. Mit dem Motto “Friedenstüchtig bleiben” erinnern die Chemnitzerinnen und Chemnitzer an die Opfer des Krieges und setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen für Frieden, Demokratie und Weltoffenheit. Am 5. März jährt sich die Bombardierung und Zerstörung von Chemnitz im Zweiten Weltkrieg.
Zahlreiche Akteur:innen aus Chemnitz und der Umgebung gestalten den Friedenstag mit einem vielfältigen Programm. Gedenkveranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen und Friedensgebete laden dazu ein, innezuhalten, die Schrecken des Krieges zu reflektieren und die Bedeutung von Frieden in der heutigen Zeit zu begreifen.