Zero Waste
Das Projekt
Zero Waste bedeutet einfach übersetzt "Null Verschwendung/Abfall". Der Begriff umfasst die Vermeidung von Abfall im weitesten Sinn. Damit einher geht auch der Verzicht auf Güter, welche nicht gebraucht werden, eine allgemeine Reduzierung des Konsums sowie eine Wiederverwertung von Gütern. Nur Müll, der nicht weiterverwendet werden kann, soll entsorgt werden.
Im Rahmen des vom Freistaat Sachsen geförderten Projekts soll ein Zero Waste-Konzept geschaffen werden. Damit soll, in dem zunächst auf ein Jahr befristeten Projekt, ein wirkungsorientiertes Abfallvermeidungskonzept in Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Öffentlichkeit erarbeitet werden. Ausgehend von der Analyse der gegenwärtigen Situation in Chemnitz sollen Ziele formuliert und daraus konkrete Projekte und Maßnahmen abgeleitet werden. Die Schwerpunkte sind:
- erhöhte Abfallvermeidung als kommunale Aufgabe und als Beitrag zur Energieeinsparung,
- Unterstützung neuer Konsum-Konzepte (Unverpackt-Läden, Gebrauchtwarenbörsen u. ä.),
- Erarbeitung von Strategien für Anschubinvestitionen konkreter Projekte,
- Erfassung von Möglichkeiten für eine Unterstützung in Form von Starthilfen (Erstausstattung, Werkzeugbeschaffung u. ä.),
- Aufzeigen von aktuellen Good-Practise-Maßnahmen und -projekten und deren Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sowie den
- Aufbau eines Netzwerkes “Zero Waste Chemnitz”
Sie sind gefragt - beteiligen Sie sich!
Um ein umfangreiches und ganzheitliches Konzept erstellen zu können sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Kontaktieren Sie uns und teilen Sie uns ihre Ideen und Projekte (auch bereits vorhandene) per Post, elektronisch per E-Mail oder auch telefonisch mit.
Bitte nutzen Sie vorzugsweise die Kommunikation per E-Mail und reichen Sie Ihre Ideen über das Beteiligungsformular ein:
Nachhaltige Initiativen in Chemnitz
Upcycling – zum Wegwerfen zu schade
Das Projekt des Selbsthilfe 91 e. V. zeigt, wie aus alten Möbeln, Spielzeug, Paletten oder Dekorationsgegenständen neue Produkte entstehen können. Es verbindet Ressourcenschutz mit Kreativität und einem freiwilligen Mitmachangebot für langzeitarbeitslose Menschen. Nähere Infos finden Sie hier.
ZEUX – Materialinitiative Chemnitz
ZEUX rettet Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff, Textilien und Technik vor der Entsorgung und macht sie für neue Projekte verfügbar. Damit verbindet die Initiative Ressourcenschutz, Upcycling und kreative Nutzungsmöglichkeiten in Chemnitz. Nähere Infos finden Sie hier.
Fashion Revolution Chemnitz
Die Initiative sensibilisiert für nachhaltigen Kleidungskonsum und zeigt Alternativen zu Fast Fashion. Mit Kleidertausch, Flick-Workshops, Vorträgen und weiteren Aktionen wird dazu eingeladen, Kleidung bewusster zu nutzen und länger im Kreislauf zu halten. Nähere Infos finden Sie hier.
Computertruhe e. V.
Computertruhe e. V. bereitet gespendete Computer, Laptops, Smartphones und andere Hardware auf und gibt sie kostenlos an bedürftige Menschen und gemeinnützige Organisationen weiter. Damit werden digitale Teilhabe ermöglicht und funktionsfähige Geräte länger genutzt. Nähere Infos finden Sie hier.
Leitfaden zur Abfallvermeidung
Der Leitfaden zur Abfallvermeidung steht Verbraucher:innen in Chemnitz und Umgebung als Informationsangebot zur Verfügung.
Die Broschüre gibt praktische Anregungen, wie Abfälle im Alltag vermieden, Ressourcen geschont und das eigene Kauf- und Verbrauchsverhalten bewusster gestaltet werden können. Sie zeigt Möglichkeiten der Abfallvermeidung verständlich und alltagsnah auf. Der Leitfaden richtet sich an alle interessierten Bürger:innen und kann auch in Bildungseinrichtungen, Behörden, Unternehmen sowie öffentlichen Einrichtungen genutzt werden.
Zur einfachen Nutzung und zur Schonung von Ressourcen steht der Leitfaden hier zum Download bereit.
Bei weitergehendem Informationsbedarf wenden Sie sich bitte per Mail an das Umweltzentrum (Umweltbildung) Chemnitz, die Abfallberatung des ASR der Stadt Chemnitz oder das Umweltamt der Stadt Chemnitz (Zero Waste-Verantwortlicher).
Bioplastik - wirklich bio?!
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einer repräsentativen Kompostieranlage sogenannte „Bio-Plastik-Verpackungen“ auf ihre Zersetzbarkeit getestet.
Untersucht wurden u. a. Bioabfallsammelbeutel oder to-go-Becher, die nach der standardisierten Behandlung nur in Stücke zerfallen waren und die Kompostqualität stark beeinträchtigten. Andere Produkte aus „Bioplastik“, wie Kaffeekapseln, Wegwerfteller, Riegelverpackungen, Schuhe und Einmal-Rasierer waren nach dem üblichen vier bis fünf Wochen Rottevorgang nahezu unverändert.
Viele umweltbewusste BürgerInnen, auch in Chemnitz, nutzen leider genau diese, von der Wirtschaft intensiv beworbenen Produkte im eigenen Haushalt, unter anderem für die Sammlung ihres Bio-Abfalls oder im to-go-Bereich. Das belegt eine Entsorger-Umfrage der DUH.
Dadurch entstehen auf freiwilliger Basis der Bevölkerung oftmals finanzielle Mehraufwendungen, die jedoch keinesfalls zum erwünschten Effekt führen – die Umwelt zu entlasten und das Abfallaufkommen zu reduzieren.
Auch unser stadteigener Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR) bestätigt dies und bittet deshalb: Plastik-Tüten gehören nicht in die Bio-Tonne, auch nicht aus sogenannter „Bioplastik“.
Quellen:
www.duh.de/bioplastik
www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/repraesentative-umfrage-belegt-verbraucherinnen-und-verbraucher-gehen-falschen-umweltversprechungen/
Bio ohne Plaste - Der Weg des Bioabfalls in Chemnitz
In dem Video wird der Weg des Bioabfalls in Chemnitz einfach erklärt. Die richtige Trennung des Mülls ist für eine weitere Verwertung der Abfälle wichtig, denn nur so kann aus Bioabfällen einwandfreie Komposterde werden.
E-Zigaretten: Entsorgungsproblem und Ressourcen-Verschwendung
E-Zigaretten und Einweg-E-Zigaretten dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Sie gelten als Elektroaltgeräte und fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.
Neben Kunststoffbestandteilen enthalten sie Batterien beziehungsweise Akkus sowie teilweise Flüssigkeitsreste. Bei Einweg-E-Zigaretten können diese Bestandteile in der Regel nicht ausgetauscht oder separat entnommen werden. Gebrauchte E-Zigaretten sind deshalb an den kommunalen Wertstoffsammelstellen oder anderen dafür vorgesehenen Rückgabestellen abzugeben.Eine Entsorgung über den Hausmüll ist nicht zulässig. Sie verunreinigt den Haushaltsabfall, erschwert die Sortierung und kann zu höheren Verwertungs- und Entsorgungskosten führen.
Einweg-E-Zigaretten sind zudem besonders ressourcenintensiv. Sie werden nur kurz genutzt, enthalten aber wertvolle Rohstoffe, insbesondere Lithium-Ionen-Akkus. Ihre Entsorgung über den Hausmüll bedeutet daher auch einen Verlust wiederverwertbarer Materialien.
Batterierückgabe - Es gibt einen Weg zurück!
Jährlich werden in Deutschland 1,5 Milliarden Batterien verkauft, davon werden aber nur knapp die Hälfte zurückgegeben. Um die Rückgabequote zu erhöhen wurde von den Rücknahmesystemen DS Entsorgungs- und Dienstleistungs-GmbH, Gemeinsames Rücknahmesystem Servicegesellschaft mbH, ÖcoRecell | IFA-Ingenieur-gesellschaft für Abfallwirtschaft und Umweltlogistik mbH, REBAT | RLG Systems AG sowie Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien die Initiative "Batterie-zurück" gestartet. Sie soll Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich der Rückgabe von Batterien sensibilisieren.
Mehrwegpflicht in Kraft
Seit 2023 ist die Mehrwegpflicht deutschlandweit in Kraft getreten. Geregelt wird dies im § 33 des Verpackungsgesetzes. Demnach müssen Letztvertreibende, wie unter anderem Cafés, Bistros und Restaurants beim Verkauf von Speisen und Getränken zum Mitnehmen auch Mehrwegverpackungen als Alternative zu den bisherigen Einwegverpackungen anbieten.
Entscheidend dabei ist, dass die Verkaufenden selbst befüllen und nicht nur fertig abgepackte Waren verkaufen. Der Preis der Mehrwegvariante darf dabei nicht höher sein als der der bisher üblichen Einwegverpackungen. Außerdem muss es deutlich sichtbare Informationen geben, die auf die Mehrwegverpackung hinweisen. Pfandsysteme sind erlaubt und die Verkäufer müssen auch nur die Mehrwegverpackungen zurücknehmen, die sie selbst ausgegeben haben.
Ausgenommen sind kleinere Gastronomiebetriebe, die maximal 80 Quadratmeter groß sind und nicht mehr als fünf Beschäftigte haben. Diese Betriebe müssen aber auf Wunsch ihre Speisen und Getränke in von Kunden mitgebrachtes Mehrweggeschirr füllen. Zudem sind Lebensmittelverpackungen, die nicht aus Einwegkunststoff bestehen, wie zum Beispiel Pizzakartons, etc. von der Pflicht ausgenommen.1
Zur Reduzierung von vermeidbaren Müll liegt es auch an den Verbraucherinnen und Verbrauchern Mehrwegverpackungen zu nutzen. Bei Fragen können Sie sich per E-Mail oder telefonisch an den angegebenen Kontakt des Umweltamtes wenden.
Quelle
1 www.bmuv.de/faq/was-bedeutet-die-neue-mehrwegpflicht-im-to-go-bereich
Start für Mehrweg-Becher "Chemnitz-Cup"
Mit der Ausgabe einer Erstauflage von rund 5.600 Bechern an interessierte Chemnitzer Unternehmen, Gastronomen und Handwerksbetriebe ist am 25. Juli 2022 in der Chemnitzer Innenstadt ein einheitliches System für Mehrweg-Becher gestartet. Dieses soll die Verwendung von Einwegbechern in Chemnitz reduzieren und die Stadt sauber halten.
Die blauen Mehrwegbecher tragen den Namen Chemnitz-Cup und haben ein Fassungsvolumen von 0,3 Liter. Ein Teil wurde mit dem Logo „Chemnitz City“ bedruckt, ein weiterer Teil wird voraussichtlich das Logo der Kulturhauptstadt erhalten. Somit sind die Becher auch Teil der Kommunikationskampagne für die Kulturhauptstadt Europas 2025 geworden. Der Becher, der wie der Deckel aus recyclingfähigem Kunststoff besteht, kostet 1 Euro Pfand.
Damit wird ein Beschluss des Stadtrats umgesetzt. Zielstellung war, für Chemnitz ein Mehrwegbechersystem zu entwickeln, das ein Pfand- und flexibles Rückgabesystem beinhaltet. An der Entwicklung waren der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Umweltschutz, Miko Runkel, die Standortkoordinator:innen der Initiative ChemnitzCity.de, Sylvia Stölzel und Sven Hertwig, sowie der Vertreter des Unternehmens Relocal, Jens Preißler beteiligt. Weitere Partner sind die Chemnitzer Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer, die TU Chemnitz, das Umweltzentrum sowie das Umweltamt.
Das System ist offen. Interessierte Händler können sich noch anschließen. Der Einkauf der Getränkebecher erfolgte bei dem Chemnitzer Anbieter Relocal. Dieser hat weitere Mehrwegprodukte im Angebot, die sich die teilnehmenden Betriebe je nach Bedarf unabhängig vom Zutun der Stadt Chemnitz anschaffen und im Pfandsystem ausgeben können. So soll mittelfristig ein Netzwerk für Mehrwegprodukte in Chemnitz aufgebaut werden.
Die Einführung des Chemnitz-Mehrwegbecher wurde im Rahmen des Projektes Zero Waste durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes gefördert.
Mehrweg-Becher-System "Chemnitz Cup" soll wachsen
Das lokale Mehrweg-Becher-System „Chemnitz Cup“ soll künftig über die Innenstadt hinaus auch auf das gesamte Stadtgebiet sowie auf die Kulturregion Chemnitz erweitert werden. Mit der Erstauflage des Chemnitz-Cups wurden im Sommer 2022 bereits mehr als 40 Chemnitzer Unternehmen, Gastronomen und Handwerksbetriebe mit dem einheitlichen System für Mehrweg-Becher ausgestattet.
Die blauen Mehrwegbecher für Chemnitz tragen den Namen „Chemnitz-Cup“ und haben ein Fassungsvolumen von 0,3 Liter. Die Erstauflage wurde mit dem Logo „Chemnitz City“ bedruckt, die weiteren Becher sollen das Logo „Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025“ erhalten. Somit werden die Becher auch Teil der Kommunikationskampagne Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 sein. Der Becher kostet für den Verbraucher einen Euro Pfand. Becher und Deckel bestehen aus recyclingfähigem Kunststoff.
Das einheitliche System für die Mehrweg-Becher ist offen, und interessierte Händler können sich weiterhin anschließen. Den ersten 40 Händlern, die sich nun hierfür bei der Stadt Chemnitz anmelden, werden jeweils 50 Mehrwegbecher mit Deckel und Aufsteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Anmeldungen erbeten an: sylvia.stoelzel(at)stadt-chemnitz.de.
Weitere Getränkebecher werden dann über den Chemnitzer Anbieter Relocal erworben. Dieser hat weitere Mehrwegprodukte im Angebot, die sich die teilnehmenden Betriebe je nach Bedarf unabhängig vom Zutun der Stadt Chemnitz anschaffen und im Pfandsystem ausgeben können. So kann mittelfristig ein Netzwerk für Mehrwegprodukte in Chemnitz und der Kulturregion aufgebaut werden.