Internationale Stefan-Heym-Förderpreise

Förderpreise im Wert von 20.000 Euro werden vergeben

Grafik zu den Internationalen Stefan-Heym-Förderpreisen der Stadt Chemnitz

Schülerinnen und Schüler, Einzelpersonen sowie Schulklassen, die sich für Geschichte, Literatur oder Politik im Sinne Stefan Heyms interessieren und sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen möchten, sind eingeladen, eigene Projekte einzureichen. Auch Projekte, die im Rahmen des Unterrichts oder als gemeinsames Klassenprojekt entstanden sind, können berücksichtigt werden.

Beiträge können bis zum 15. September 2026 eingereicht werden. Die Form der Projekte ist offen. Die Juroren begrüßen beispielsweise Podcasts, Ausstellungen, Social-Media-Projekte, Theaterstücke, Forschungsarbeiten oder andere schulische bzw. kreative Formate. Entscheidend ist, dass eine eigenständige und reflektierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen, Literatur oder kritischem Denken erkennbar wird. Gesucht werden insbesondere Ideen und Initiativen, die sich kreativ mit dem Leben, Werk und Wirken von Stefan Heym auseinandersetzen. Mögliche thematische Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Wissenschaft und Forschung,
  • Kunst und Kultur,
  • Publizistik und Dokumentation oder
  • Arbeit mit dem literarischen Nachlass Stefan Heyms

Die ausgewählten Projekte werden mit einem Preisgeld ausgezeichnet.


Bisherige Preisträger

Oberbürgermeister Sven Schulze hat am 9. Februar 2024 im Stadtverordnetensaal des Rathauses fünf Preisträger:innen mit dem Internationalen Stefan-Heym-Förderpreis der Stadt Chemnitz ausgezeichnet. Zum dritten Mal wurden diese an Projekte und Initiativen in den Bereichen Forschung und Nachlasspflege, für Stipendien und zur Unterstützung von Schülerprojekten vergeben, die sich in besonderer Weise mit dem Leben und Werk Stefan Heyms, dem Ehrenbürger der Stadt Chemnitz, beschäftigen.

Die Preisträger sind:

Elisabeth Neuhaus – „Slam goes Heym“

Mit dem Poetry Slam „Slam goes Heym“ möchte Elisabeth Neuhaus ein junges Publikum mit Stefan Heym bekannt machen. Das Leben, Werk und Wirken Heyms soll thematische Grundlage eigener poetischer Texte von Schülerinnen und Schülern sein, die in das moderne Format des Poetry Slams führen. Das Projekt vereint das kreative Schreiben, eine öffentliche Präsentation und die Auseinandersetzung mit dem Jahrhundertdichter Stefan Heym und dessen Vita.

Katja Wenzel – Schwarze Perspektiven im Kontext der DDR, exemplarisch an Stefan Heyms Austausch mit den Afroamerikanern Oliver Harrington und Aubrey Pankey

Katja Wenzel recherchiert zu Parallelen, Unterschieden und Wechselwirkungen in Heyms Beziehungen zu beiden afroamerikanischen Künstlern, die sich entschieden hatten in der DDR zu leben. Heym, Harrington und Pankey verband die Erfahrung willkürlicher Zuschreibungen von ‚Nation’ und ‚Rasse’. Wie haben sie die Diskrepanz zwischen antirassistischer Symbolpolitik und realen Diskriminierungserfahrungen reflektiert und künstlerisch verarbeitet? Diese und andere Fragen stellt das Projekt und gibt somit einen differenzierten Blick auch auf die DDR. Im Zuge ihrer Recherchen plant die freie Dramaturgin und Autorin Interviews mit Zeitzeug:innen und Besuche im „Stefan Heym archive“ in Cambridge.
 

Gerald Richter und Marian Kretschmer – Jugendkunstprojekt „Gehe deinen Weg“

Gerald Richter und Marian Kretschmer erhalten die Förderpreise zum zweiten Mal für ein vielschichtiges Projekt: Ihre zuvor preisgekrönte Graphic Novel zum Leben Stefan Heyms wird nun vor Schüler:innen präsentiert und mit ihnen diskutiert. Geplant ist auch ein Filmprojekt mit Kurzvideos über Heym. Zudem wird es einen (Kunst-)Workshop zu Heyms Werken geben, bei dem Illustrationen und großformatige Banner entstehen. Die Ergebnisse des Projektes werden im Internet gebloggt und via Social Media publiziert.

Ingrid Schreyer – „Begegnungen mit Stefan Heym von 1964 bis 2001 im Ahrenshooper Künstlerhaus Schreyer“ – Bücherprojekt

In ihrem Projekt beschreibt Ingrid Schreyer ihre Beziehung zu Stefan Heym. Die Erlebnisse sollen in Buchform veröffentlicht werden. Es entsteht eine neue literarische Arbeit zum Leben Stefan Heyms und damit ein neuer Ansatz im Bereich Nachlassforschung.

Am 10. Oktober 2021 wurden im Rahmen der Preisverleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises auch die Stefan-Heym-Förderpreise verliehen.

Oberbürgermeister Sven Schulze zeichnete an dem Abend fünf Projekte mit den Internationalen Stefan-Heym-Förderpreisen aus. Die Förderpreise umfassen wie der Literaturpreis ebenfalls einen Gesamtwert von 20.000 Euro.

Die Preisträger sind:


Ein Stoff für die Schule – „Gehe deinen Weg“ von Gerald Richter und Marian Kretschmer

Durch verschiedene Mitmach-Formate bringen Gerald Richter und Marian Kretschmer Schülerinnen und Schülern an Chemnitzer Schulen das Leben und Werk Stefan Heyms näher.

Im Sinne Heyms möchten sie die jungen Menschen stärken, ihren eigenen Weg zu finden und sich einzumischen. Geplant sind Ferienworkshops zur Gestaltung von Bannern, Plakaten, Flyern, Lesezeichen, Kurzvideos. Das Projekt erhält 7500 Euro Preisgeld.


Personenregister zu Stefan Heyms „Nachruf“ von Dr. Jürgen Nitsche

Dr. Jürgen Nitsche nutzt die Autobiografie Heyms als Ausgangspunkt, allen interessierten Leserinnen und Lesern das unmittelbare gesellschaftliche Umfeld des Schriftstellers in Chemnitz zu erschließen. Das Projekt erhält 2500 Euro Preisgeld.


Kompositionen zu Heyms Gedichten von Ludwig Streng

Ludwig Streng schafft mit Musik einen neuen Zugang zur weniger bekannten Lyrik Stefan Heyms und zu ihrer Entstehungsgeschichte. Die Kompositionen werden eingespielt und aufgenommen. Das Projekt erhält 2500 Euro Preisgeld.


Konzert-Lesungen zu Stefan Heyms „Nachruf“ von Liv Heym

Liv Heym, Enkelin von Stefan Heym, untermalt Heyms „Nachruf“ musikalisch und legt ein besonderes Augenmerk auf die soziale Komponente der Spielstätten ihrer Konzert-Lesungen: Neben öffentlichen Bühnen sind ehrenamtliche Aufführungen in Schulen, Pflegeheimen, Museen oder Justizvollzugsanstalten vorgesehen. Das Projekt erhält 4000 Euro Preisgeld.


Zeitzeugen-Interviews von Filmmacherin Beate Kunath:

Sieben Weggefährtinnen und -gefährten Stefan Heyms erinnern sich in Interviews mit Beate Kunath an persönliche Begegnungen und eröffnen dabei einen ganz eigenen Blickwinkel auf Heyms Wirken. Die Interviews werden gefilmt. Das Projekt erhält 3500 Euro Preisgeld.

Die erstmals von der Stadt Chemnitz ausgelobten Stefan-Heym-Förderpreise wurden am 5. November 2017 während einer feierlichen Veranstaltung im Schauspielhaus von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig an die Preisträger überreicht.

Über die Vergabe der Förderpreise hat das Kuratorium zur Vergabe des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz entschieden. Die Förderpreise werden zusätzlich zum mit 20.000 Euro dotierten Internationalen Stefan- Heym-Preis vergeben. 

Die Preisträger sind:

  • Stefan-Heym-Wettbewerb für junge Literatur
    Schulförderungsverein Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium , vertreten durch Schulleiter Ronald Langhoff (4.000 Euro)

    Der Wettbewerb ermutigt junge Heranwachsende, ganz im Sinne Stefan Heyms seinem Beispiel zu folgen – zu schreiben. Die Jugendlichen setzen sich aktiv künstlerisch mit der sie umgebenden Realität auseinander. Die Zusammenfassung der besten Beiträge aller Austragungen des Wettbewerbs in einem Lyrikband erachtet das Kuratorium, auch angesichts des anstehenden 150. Jubiläums des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums 2018, als sinnvolle Ehrung des langjährigen Engagements der Schüler, aber auch der Verantwortlichen des Projektes an der ehemaligen Schule Stefan Heyms.

     
  • Stefan Heym und die 800-Jahr-Feier in Karl-Marx-Stadt 1965. Eine Zeitreise mit dem Stefan-Heym-Förderpreis
    Historiker Dr. Jürgen Nitsche (3.000 Euro)

    Nach Einschätzung des Kuratoriums handelt es sich bei dem Projekt um ein noch nicht bearbeitetes Forschungsfeld. Es besteht nicht nur ein enger Bezug zum Leben Stefan Heyms und der Geschichte der Stadt Chemnitz, sondern es sind weitere Anknüpfungspunkte an das Leben Stefan Heyms, etwa dem Verhältnis zu Weggefährten in dieser Zeit, zu erwarten.

     
  • Archivreise nach Cambridge
    Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft e. V., vertreten durch Prof. Dr. Bernadette Malinowski (2.600 Euro)

    Das Kuratorium anerkennt das Potenzial einer Sondierungsreise in das Stefan-Heym-Archiv in Cambridge durch den Lehrstuhl für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft als Quelle für wissenschaftliche Desiderate, aber auch als Auftakt der Etablierung eines Schwerpunktes der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Stefan Heym in einem Stefan-Heym-Forschungszentrum der Stadt Chemnitz.

     
  • "Heym-liche Welt" Wissenschaftspropädeutisches Seminar
    Theresia-Gerhardinger-Gymnasium München, vertreten durch Elisabeth Neuhaus (2.500 Euro)

    Die Auseinandersetzung von Schülerinnen des Mädchen-Gymnasiums aus München mit Stefan Heym im Rahmen eines Wissenschaftspropädeutischen Seminars und der Arbeitsbesuch in Chemnitz sind nach Meinung des Kuratoriums hervorragend geeignet, das Andenken Stefan Heyms an die junge Generation weiterzugeben und für die Schülerinnen eine Chance, aktiv Lehren aus dem Lebensweg Stefan Heyms zu ziehen.

     
  • "HEYMAT - HEIMAT, WAS IST DAS?"
    Verein Kunstzone Schwarzenberg-Aue e. V., vertreten durch Jörg Beier (2.500 Euro)

    Das Kuratorium würdigt und finanziert den Teil des Projekts, in dem sich Schülerinnen und Schüler mit dem Heimatbegriff innerhalb eines pädagogisch begleiteten Schulprojektes auseinandersetzen. Die Befassung mit dem Heimatbegriff erfolgt dabei unter Berücksichtigung des Lebens Stefan Heyms und erlaubt zugleich die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen.