Schloßteich
Das Areal um den Schloßteich gehörte von Beginn an zum Chemnitzer Kloster. Abt Heinrich von Schleinitz ließ 1493 den Schloßteich als Fischteich für das Kloster anlegen. Um den Schloßteich floss der Pleißenbach herum, der auch noch heute den Teich bewässert. Nach der Auflösung des Klosters wurde der Teich dem Amt Chemnitz unterstellt und 1860 von der Stadt Chemnitz aufgekauft und in ein Erholungsgebiet umgebaut.
Auf der Schloßteichinsel entstand 1913 der Zipper-Brunnen und nach dem Zweiten Weltkrieg ein neuer Konzert-Pavillon. Während der wärmeren Jahreszeiten können am Schloßteich Ruder- und Paddelboote ausgeliehen werden.
Schloßteichareal wird saniert
Baubürgermeister Thomas Kütter sowie die Amtsleiter Thomas Blankenhagel (Verkehrs- und Tiefbauamt) und Peter Börner (Grünflächenamt) haben am 4. März 2026 in einer Informationsveranstaltung erklärt, wie das Gebiet rund um den Schloßteich in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden soll.
Für die nächsten Jahre besteht umfangreicher Handlungsbedarf, denn die Wege sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand und aufgrund von fehlender Anbindung sind Trampelpfade entstanden. Ebenso bereitet die Wasserqualität des Schloßteiches nach wie vor Sorgen, eine Entschlammung ist längst überfällig und der Pleißenbach soll von seiner aktuellen Ummantelung befreit werden.
Sanierung der Wege
Kleine Schritte werden bereits konkret angegangen: Die Sanierung des östlichen Hauptwegs (parallel zur Promenadenstraße) hat Anfang März begonnen. Danach wird der Trampelpfad im Nordwesten entfernt. Die Wege bekommen eine helle, kalkstabilisierte Wegedecke mit dunkler Einfassung aus Basalt für die Barrierefreiheit. Sie werden voraussichtlich bis Ende Juli fertiggestellt.
Gegen Ende des Jahres folgen in einer zweiten Bauphase die Wege im nördlichen Bereich zur Müllerstraße, auf der Schloßteichinsel sowie in der Verbindung der Erich-Schmidt-Straße bis zur Bergstraße.
Platz für die Straßenbahn
Ein wichtiger verkehrsplanerischer Schwerpunkt ist die Planung der Trasse des Chemnitzer Modells entlang der Leipziger Straße. Im ersten Abschnitt wird die Fahrt am Konkordiapark enden, wobei nicht in den vorhandenen Bestand der Freizeitanlagen oder neu gepflanzten Bäume eingegriffen wird. Wenn die Straßenbahnstrecke in der Hartmannstraße errichtet ist, ist eine Verkehrsberuhigung in der Bergstraße ab Mai 2029 geplant.
Neues Toilettenhäuschen
Auch die Sanierung des alten Toilettenhäuschens an der Bergstraße steht bevor, damit es wieder genutzt werden kann. Die Sanierung erfolgt im Zusammenhang mit dem Ausbau der Straßenbahnstrecke des Chemnitzer Modells nach Limbach-Oberfrohna.
Bach wird freigelegt
Im nächsten Ausbauschritt wird eine Freilegung des Pleißbaches notwendig, der bisher unter der Matthesstraße in einem sanierungsbedürftigen Kanal fließt. Das dient sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Ertüchtigung der Matthesstraße. Hierzu muss auch die Wasserhaltung im Schloßteich neu gedacht werden. Erste Konzepte gibt es bereits
Schloßteichpavillon im neuen Glanz
Baudenkmal hat Wandrelief zurück erhalten
Nach zweijähriger Bauzeit wurde der Schloßteichpavillon im Sommer 2020 fertiggestellt. Die Kosten für die einjährige Sanierung beliefen sich auf 580.000 Euro. Hinzu kommen Leistungen für das Verlegen von Wasser- und Abwasserleitungen. Neben Fördermitteln aus dem EFRE-Programm Nachhaltige Stadtentwicklung sind auch Spenden von Bürgern in Höhe von 17.000 Euro eingegangen.
Der Musikpavillon auf der Schloßteichinsel wurde 1954 vom Architekten Rudolf Weiser entworfen und fünf Jahre später eingeweiht. Fortan wurde er als Spielort für Kleinkunst und Konzerte genutzt. Seit 1993 gilt die gesamte Anlage als Baudenkmal. Deshalb waren bei der aktuellen Sanierung zwingend denkmalpflegerische Belange zu berücksichtigen. So ermöglichte eine Farbbefunduntersuchung, dass der Pavillon nun wieder seinen Originalfarbton aufweist. Auch der Bodenbelag des Seitenflügels ist nach denkmalpflegerischen Vorgaben erneuert worden. Ebenso erfolgten baukonstruktive Änderungen an Boden, Wand und Dach in Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Der Natursteinbelag des Platzes wurde repariert und neu verfugt.
Den Pavillon auf der Schloßteichinsel ziert ein Wandrelief, das bislang von Graffiti überdeckt war. Im Zuge der Bauwerksanierung hat die Stadt es restauratorisch aufarbeiten lassen. Die dargestellte Tanzszene ist vermutlich ein Werk des Chemnitzer Künstlers Gerhard Klampäckel (* 15.9.1919 – † 7. 3.1998). Das kann jedoch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.
Klampäckel hat in Chemnitz verschiedene öffentliche Kunstwerke geschaffen, darunter am Rosenhof das Mosaik „Windrose“.
Nutzung für Veranstaltungen
Der Schloßteich-Pavillon soll zu einem kulturellen Hotspot werden. Dass auf der Schloßteichinsel Natur und Kultur längst „zusammen finden“, zeigt das Festival „Fuego a la Isla“ mit Auftritten von internationalen Bands und Performancekünstlern, Songwritern und Poetry Slammern. Kulturschaffende und Vereine wollen das sanierte Ensemble am Schloßteich wieder zum Anziehungspunkt machen.
Wer den Pavillon auf der Schloßteichinsel nutzen möchte, kann sich beim Grünflächenamt, Abteilung Grünanlagenunterhaltung, melden. Dort erfolgt die Terminplanung und Vertragsgestaltung für die Nutzung der Schloßteichinsel und des Pavillons.
Musikveranstaltungen sowie Veranstaltungen mit Gewerbebetrieb müssen zudem beim Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Chemnitz angemeldet werden.
Schillingsche Figuren
Statuengruppe im Park am Schloßteich
Die Geschichte des Chemnitzer Schloßteichs und der Schillingschen Figuren sind eng miteinander verbunden. Die von Bildhauer Johannes Schilling entworfene denkmalgeschützte Gruppe "Vier Tageszeiten" findet sich im Park unweit des Schloßteichs.
mehrFontäne im Schloßteich
20 Meter hohes Wasserspiel
Die 2017 eröffente neue Fontänenanlage wird das Bild des Schlossteiches über viele Jahre prägen. Das Wasserbild setzt sich aus einem zentralen Strahl mit max. ca. 20 m Höhe und einem umgebenden Fontänenkranz mit zehn Düsen zusammen; damit entsprechend der Regel des "Goldenen Schnitts" mit einer maximalen Höhe von ca. 8 m.