Kommunale Wärmeplanung
Kommunaler Wärmeplan für Chemnitz beschlossen
Der Chemnitzer Stadtrat hat am 27. Mai 2026 den Kommunalen Wärmeplan beschlossen. Damit verfügt Chemnitz erstmals über einen strategischen Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2040.
Ziel der Stadt ist eine bezahlbare, verlässliche und klimafreundliche Wärmeversorgung.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Anfang 2026 gingen 32 Stellungnahmen ein, die geprüft und teilweise in den Wärmeplan eingearbeitet wurden. Dabei wurden dezentrale erneuerbare Lösungen stärker hervorgehoben und Prüfgebiete neu strukturiert. Insbesondere wurde die Bedeutung von Wärmepumpen und anderen erneuerbaren Heizsystemen wie Biomasseheizungen und Solarthermie stärker verdeutlicht.
Ein wichtiger Baustein bleiben der Ausbau des Fernwärmenetzes mit schrittweise dekarbonisierter Fernwärme und der mögliche Neubau „grüner“ Nahwärmeinseln bzw. „kalter Netze“.
Der Wärmeplan zeigt in diesem Kontext, welche Formen der Wärmeversorgung in den einzelnen Stadtgebieten aktuell und auch zukünftig grundsätzlich möglich sind, etwa Fernwärme, Nahwärmelösungen oder dezentrale erneuerbare Heizsysteme. Er dient Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie Eigentümerinnen und Eigentümern als Orientierung, begründet jedoch keine unmittelbaren Pflichten. Es gibt weder einen Anschlusszwang an ein Wärmenetz noch eine Pflicht zum Austausch bestehender Heizungen.
Neben der Ausstattung von Neubauten mit effizienten Heizungssystemen sollen auch Bestandsgebäude sukzessive auf die technisch ausgereiften und kurz- und mittelfristig verfügbaren Lösungen
Mit dem Beschluss beginnt nun die Umsetzung erster Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem die Prüfung künftiger Gas- und möglicher Wasserstoffnetze, ein regelmäßiges Monitoring, Untersuchungen zur Bezahlbarkeit und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt Chemnitz, der Ausbau von Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden sowie die Prüfung der Stromnetzkapazitäten mit Blick auf Wärmepumpen und Elektromobilität.
Auch die Senkung des Wärmebedarfes durch Gebäudedämmung und Optimierung der Heizungssysteme müssen bei der Umsetzung des Kommunalen Wärmeplanes in den Blick genommen werden.
Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung wurde gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Weitere Informationen
Ziele
Die kommunale Wärmeplanung soll einen wesentlichen Beitrag zu einer kosteneffizienten, nachhaltigen, sparsamen, bezahlbaren, resilienten sowie treibhausgasneutralen Wärmeversorgung leisten. Der Chemnitzer Wärmeplan wird den beteiligten Fachabteilungen sowie den Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern eine Orientierung geben, wie das Klimaschutzziel der klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 (städtisches Ziel), spätestens bis 2045 ausgestaltet werden kann. Dabei ist der jeweilige Plan auch ein wichtiges Werkzeug für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Vorhabenstand
Nachfolgend werden öffentlichkeitsrelevante Informationen zum Stand des Projektes veröffentlicht.
Zweite Informationsveranstaltung mit großer Beteiligung
Am 29. Januar 2026 fand von 16 bis 19 Uhr im Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft I die zweite Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung statt. Die an die breite Öffentlichkeit gerichtete Veranstaltung war mit rund 150 Anmeldungen sehr gut besucht.
Vorgestellt wurden der Entwurf der Wärmeplanung sowie der Stand der Einteilung in Eignungs- und Prüfgebiete. An Thementischen konnten Fragen direkt mit Expertinnen und Experten von GEF Ingenieure und der BTU Cottbus sowie dem Umweltamt Chemnitz, dem Klimabündnis Chemnitz, der eins energie in Sachsen GmbH & Co. KG, der inetz GmbH und der Verbraucherzentrale Sachsen e.V. besprochen werden.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Weiterentwicklung der Gasnetze. Dabei ging es um verschiedene mögliche Wege – etwa eine künftige Nutzung von Wasserstoff oder auch eine schrittweise Stilllegung. Besonders intensiv wurden Wirtschaftlichkeit und praktische Umsetzbarkeit der Optionen abgewogen. Zur besseren Berücksichtigung sozialer Aspekte hat die Stadt Chemnitz eine sozial-ökonomische Betrachtung der Wärmeplanung beauftragt, um Unterstützungsbedarfe in einzelnen Gebieten zu erkennen.
Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht
Der Ausschuss für Eigenbetriebe, Umwelt und Sicherheit hat in seiner Sitzung am 14. Januar mit deutlicher Mehrheit den Entwurf des Kommunalen Wärmeplans bestätigt.
Der Entwurf des Kommunalen Wärmeplans ist nun öffentlich ausgelegt und online veröffentlicht, sodass interessierte Bürger:innen, Verbände und Institutionen ihn einsehen und eine Stellungnahme abgeben können. Der endgültige Plan wird nach Auswertung und Abwägung aller fristgerecht eingegangenen Einwendungen bzw. Anregungen fertig gestellt und dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt.
Anregungen, Vorschläge oder Einwendungen zum Entwurf der kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Chemnitz konnten bis zum 22. Februar 2026 per Post an Stadt Chemnitz, Umweltamt, 09106 Chemnitz oder per E-Mail an umweltamt(at)stadt-chemnitz.de gesendet werden. Die eingegangenen Stellungnahmen wurden ausgewertet, um auf dieser Grundlage eine Beschlussvorlage für den Stadtrat zu erstellen.
Erste Informationsveranstaltung erfolgreich durchgeführt
Am 8. Mai 2025 fand die erste Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in der Oberschule „Am Hartmannplatz“ statt. Die an die breite Öffentlichkeit gerichtete Veranstaltung wurde von ca. 80 Teilnehmern besucht.
Während der Veranstaltung wurden die neue Planungsaufgabe der kommunalen Wärmeplanung sowie der aktuelle Stand der Bestands- und Potentialanalyse vorgestellt. Im Vorfeld sowie im Anschluss daran bestand die Möglichkeit, Fragen an die vor Ort anwesenden Expertinnen und Experten der Stadt Chemnitz, der Verbraucherzentrale Sachsen e. V., dem Klimabündnis Chemnitz, der eins energie in Sachsen Gmbh & Co. KG, der inetz GmbH, einem Experten zum Gebäudeenergiegesetz des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden sowie der Sächsischen Energieagentur (SAENA) zu stellen.
Der offizielle Vortragsteil mit Präsentation der Zwischenergebnisse durch die beauftragten Planer begann 17 Uhr. Im Nachgang an den Vortrag wurde die Möglichkeit genutzt, Fragen an die anwesenden Fachexperten zu adressieren bzw. in den Austausch zu treten.
Kickoff
Die kommunale Wärmeplanung stellt ein weiteres Puzzlestück zur Treibhausgasneutralität der Stadt Chemnitz dar. Sie soll einen wesentlichen Beitrag zu einer kosteneffizienten, nachhaltigen, sparsamen, bezahlbaren, resilienten sowie treibhausgasneutralen Wärmeversorgung leisten. Es sollen Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen das Stadtgebiet mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden kann.
Den Startschuss gab der Kickoff zur Chemnitzer Wärmeplanung, am 20. Juni 2024, im eins-Konferenzcenter in der Straße der Nationen. Wesentliche Beteiligte der Planung kamen zu einem ersten Austausch zusammen, in dem sie über das weitere Vorgehen informiert wurden. So stellten sich unter anderem die Projektträger, die GEF Ingenieur AG sowie die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, vor. Dr. Stephan Richter, Vorstand der GEF Ingenieur AG, sagt: „Wir freuen uns, die Stadt Chemnitz auf dem Weg zu ihrem kommunalen Wärmeplan zu begleiten und so gemeinsam die Wärmewende vor Ort entscheidend weiter voranzubringen.“
Innerhalb des Projektes sind auch Veranstaltungen zur Information der Öffentlichkeit geplant, um die Chemnitzerinnen und Chemnitzer auf dem Prozess mitzunehmen. "Eine transparente und zielgruppengerechte Wärmeplanung ist für die weitere Dekarbonisierung der Chemnitzer Wärmeversorgung erforderlich. Sie ist ein essenzieller Pfeiler zur Treibhausgasneutralität 2040.", so die Amtsleiterin des Umweltamtes der Stadt Chemnitz, Frau Carina Kühnel. Das Vorhaben profitiert von einer 90-prozentigen Bundesförderung sowie von bereits erfolgten Wärmeplanungen im Bundesgebiet.
Der Wärmeplan dient der Stadt Chemnitz als informelles Planungsinstrument, das die langfristige Entwicklung des Wärmesektors skizziert. Damit lassen sich zukünftige Maßnahmen aufeinander abstimmen. Der Wärmeplan zeigt auf, wie sich die Wärmeversorgung technisch, räumlich und zeitlich entwickeln soll. Daraus erwächst jedoch keine gesetzliche Verpflichtung. Gebäudeeigentümer sind weiterhin frei in der Wahl ihrer Beheizungstechnik.
FAQ
In Chemnitz wird zur Zeit (Stand 2022) vor allem mit fossilen Energieträgern geheizt. Chemntiz hat einen jährlichen Wärmebedarf von 2.315 Gigawattstunden. Folgende Staffellungen ergeben sich bei den Energieträgern am Gesamtwärmeverbrauch.
Die in der Grafik verwendete Abkürzung “WP” steht für die Wärmepumpe.
Erdgas und Fernwärme dominieren als Energieträger in Chemnitz.
Der Wärmeverbrauch wird in Megawattstunden angegeben.
Der Sektor Wohnen verbraucht mit Abstand am meisten Wärme.
Der Wärmeverbrauch wird in Megawatttstunden angegeben.
Im Bilanzjahr 2022 wurden in Chemnitz durch den Wärmeverbrauch 589.153 Tonnen CO2-Äquivalent emittiert.
Die jährlichen Emissionen werden in Tonnen CO2-Äquivalent angegeben.
Für Chemnitz bringt die kommunale Wärmeplanung eine valide Planungsgrundlage zur Dekarbonisierung des Wärmebereiches. Damit leistet sie einen beträchtlichen Beitrag zur 2040 angestrebten Klimaneutralität der Stadt und ist eine weitere wichtige Grundlage für eine nachhaltige Stadtplanung und -entwicklung.
Der Wärmeplan gibt Gebäudebesitzern sowie Bürgerinnen und Bürgern eine Orientierung über die mögliche Zukunft der Wärmeversorgung.
Der Entwurf der Wärmeplanung wird vom 22.01. bis 22.02.2026 öffentlich ausgelegt, sodass interessierte Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Institutionen ihn einsehen und dazu eine Stellungnahme abgeben können.
Die Unterlagen können ab dem 22.01.26 unter diesem Link heruntergeladen werden.
Zudem liegen die Unterlagen fristgemäß vom 22. Januar 2026 bis einschließlich 22. Februar 2026 im Technischen Rathaus, Friedensplatz 1, 09111 Chemnitz, im Auslegungsraum 014 (rechts neben dem Stadtschaufenster) zu folgenden Zeiten öffentlich aus:
- montags bis mittwochs von 8.30 bis 15 Uhr
- donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr
- freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr
Anregungen, Vorschläge oder Einwendungen zum Entwurf der kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Chemnitz können bis zum 22. Februar 2026 per Post an die folgende Adresse eingesendet werden: Stadt Chemnitz, Umweltamt, 09106 Chemnitz oder per E-Mail an: umweltamt(at)stadt-chemnitz.de.
An der Erstellung des Wärmeplanes wirken im wesentlichen Unternehmen der Wohnungswirtschaft, der Energieversorger eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, der Netzbetreiber inetz GmbH sowie die Projektträger GEF Ingeneur AG und die die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg mit.