Ausstellung zu jüdischen Unternehmern in Chemnitz

Mit der Ausstellung »Erfolgsspuren. Jüdische Unternehmer in Chemnitz«  leistet das Industriemuseum einen zentralen Beitrag zum Themenjahr »Tacheles«. Dieses stellt 2026 in Sachsen landesweit die jüdische Kultur, die jüdisch-sächsische Geschichte und das heutige jüdische Leben in den Mittelpunkt. Die Ausstellung öffnet am 5. Juni.

Bis zum 22. August 2027 widmet sich das Industriemuseum der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte jüdischer Unternehmerinnen und Unternehmer – insbesondere im Bereich der Textilindustrie.

Die Ausstellung zeigt, wie eng wirtschaftlicher Aufstieg, kulturelles Engagement und städtische Entwicklung miteinander verflochten waren und wie stark jüdische Unternehmer die Blütezeit der Stadt vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre prägten.

Die Ausstellung gliedert sich in die vier Kapitel »Ankunft«, »Erfolg«, »Verfolgung« und »Spuren« und zeichnet damit eine historische Entwicklung nach, die von Aufbruch und Innovationskraft ebenso erzählt wie von Entrechtung undVerlust.

Das Foto zeigt das Firmengebäude der Gebrüder Becker. Es ist Teil der Ausstellung »Erfolgsspuren. Jüdische Unternehmer in Chemnitz«. Foto: Industriemuseum Chemnitz

Im Industriemuseum selbst sind neue Zeugnisse zu sehen: 2024 übergab John Simons, Nachfahre eines Mitarbeiters des Textil-Syndikats, wertvolle Unterlagen und ein Fotoalbum. Louis Goldschmidt, Gründer der Marke »Tesyra«, setzte seinen Erfolg später in England mit der Strumpfmarke »Pantherella« fort.

Die Ausstellung wird begleitet von mehreren Mitmachstationen für junge Gäste sowie thematischen Spaziergängen, die abwechselnd über den Kaßberg und den Kapellenberg führen und reale Spuren jüdischer Unternehmer sichtbar machen. Der erste Spaziergang findet am 7. Juni von 10 bis 12 Uhr statt.