Chemnitz inklusiv: Handlungsfelder
Handlungsfeld Mobilität
Die persönliche Mobilität von Menschen mit Behinderungen ist im Artikel 20 der UN-BRK geregelt und damit bindend für eine barrierefreie Umwelt in Chemnitz. Unsere Vision ist, bis 2030 diese Mobilität mit größtmöglicher Unabhängigkeit und im Sinne eines selbstbestimmten Lebens für alle Chemnitzer*innen sicherzustellen. Bis 2030 soll eine gleichwertige Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums in Chemnitz für alle Menschen, unabhängig von Behinderungen, erreicht werden – bei einer hohen Sensibilität aller Beteiligten füreinander.
Ziele:
- Barrierefreie Teilnahme am öffentlichen Personennahverkehr
- Barrierefreiheit auf allen Straßen und Plätzen herstellen
- In jedem Stadtteil gibt es Spielplätze mit barrierefreien Spielgeräten
- Barrierefreie öffentliche Toilettenanlagen sind überall gut erreichbar
- Begleitdienste im ÖPNV einrichten und ausbauen
Leichte Sprache:
1.
Menschen mit Behinderungen sollen sich
wie Menschen ohne Behinderungen fort-bewegen können.
2.
Jeder soll zu einem Ort gehen können.
Oder fahren.
Alle sollen dabei möglichst selbstständig sein.
3.
Alle Kinder spielen gerne auf Spielplätzen.
Dort wo alle Kinder spielen.
Das soll auch in Chemnitz möglich sein.
4.
Jeder muss mal zur Toilette.
Auch unterwegs.
Das soll auch in Chemnitz möglich sein.
5.
Mobilität das heißt: unterwegs sein.
Wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich Hilfe.
Mobilität im Alltag
CVAG-Begleitservice
Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste bietet die CVAG einen Begleitservice im Bereich der Zentralhaltestelle an. Der Service ist kostenlos, muss aber vorher angemeldet werden.
mehrNeu: "Toilette für alle" am Johannisplatz
Die “Toilette für alle” ist neu am Johannisplatz neben einer vorhandenen öffentlichen Toilette eingerichtet worden und für Betroffene nutzbar. Mit dem neuen WC-Standort an der Zentralhaltestelle steht Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen erstmals in Chemnitz und sachsenweit eine speziell ausgestattete öffentliche Toilette zur Verfügung.
Der fachgerecht ausgerüstete WC-Container bietet neben einem barrierefreien WC eine Liege sowie einen Personenlifter und ist über den Euroschlüssel für Behindertentoiletten zugänglich, einem europaweit einheitlichen Schließsystem für behindertengerechte Anlagen.
Die Idee für die “Toilette für alle” entstand im Vorfeld des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2025 zwischen dem Sozialverband VdK Sachsen e. V. und der Stadt Chemnitz.
Der WC-Container wurde vom Sozialverband VdK Sachsen e. V. beschafft und über das Förderprogramm »Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle« des Freistaats Sachsen unterstützt. Die Baukosten für unter anderem die Herstellung des Fundaments, die Erschließung und die barrierefreie Zuwegung belaufen sich auf rund 60.000 Euro und werden durch die Stadt Chemnitz finanziert.
Hintergrund:
Chemnitz verfügt über öffentliche und behindertengerechte Toiletten. Für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen sind die vorhanden Toilettenanlagen jedoch oft ungeeignet. In einer “Toilette für alle” finden Menschen mit schweren Behinderungen, wie beispielsweise Querschnittslähmungen, Schädel-Hirn-Traumata, angeborenen schweren Behinderungen oder Multipler Sklerose alles, was sie für ihre persönliche Hygiene benötigen.
Die Stiftung »Leben pur« setzt sich bundesweit für die Entstehung von »Toiletten für alle« an öffentlichen Orten ein.