Oktober bis Dezember

Jahresrückblick 2025

Foto: Franziska Wöllner

Der Premiumradweg Küchwald–Wüstenbrand verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse, ist bis zu vier Meter breit und soll nach Fertigstellung eine Gesamtlänge von rund 13,6 Kilometer erreichen. Bisher wurden die Streckenabschnitte zwischen Riedstraße, Kalkstraße und Paul-Jäkel-Straße fertiggestellt, inklusive einer 185 Meter langen Brücke über die Kalkstraße. Das Projekt schafft eine direkte und attraktive Verbindung für den Radverkehr zwischen den Stadtteilen Rottluff und Rabenstein.


Städtische Musikschule feierte 75-jähriges Bestehen

Am 1. Oktober 1950 wurde in Chemnitz die Volksmusikschule gegründet – die heutige Städtische Musikschule feierte damit ihr 75. Jubiläum. Jährlich lernen rund 2.150 Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen bei 62 hauptamtlichen Lehrkräften und 25 Honorarkräften. Nach 1990 rückte die musikalische Früherziehung und die Idee einer »Musikschule für alle« in den Mittelpunkt, ergänzt durch Angebote für Seniorinnen und Senioren sowie vielfältige Ensembles. Die Musikschule fördert Talente und ermöglicht eine breite musikalische Bildung, unabhängig vom individuellen Hintergrund. Im November feierte die Musikschule das Jubiläum mit verschiedenen Formationen und Ensembles in der Revue »C the Centuries«.

Stadt tritt Schiedsgerichtsbarkeit für NS-Raubgut bei

Die Stadt Chemnitz beteiligt sich künftig an der gemeinsamen Schiedsgerichtsbarkeit von Bund, Ländern und Kommunen zur Rückgabe von NS-Raubgut aus öffentlichen Sammlungen. Damit können Streitfälle über NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter verbindlich entschieden werden, während die Empfehlungen der bisherigen »Beratenden Kommission NS-Raubgut« nicht rechtsverbindlich waren. Das Verfahren stärkt die Position der Opfer und ihrer Nachfahren und orientiert sich an den 1998 festgelegten Washingtoner Prinzipien sowie der Gemeinsamen Erklärung von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden. Chemnitz gibt mit ihrem »stehenden Angebot« Antragsberechtigten die Möglichkeit, ein Schiedsverfahren beim Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste in Berlin einseitig anzurufen. Damit bekräftigt die Stadt ihr Bekenntnis zu Transparenz, Verantwortung und historischer Gerechtigkeit und setzt ein deutliches Zeichen für eine verantwortungsbewusste Erinnerungskultur.

Europe Direct-Zentrum eröffnet in Chemnitz

Die Stadt Chemnitz wurde als einer von sechs neuen Standorten für ein Europe Direct-Zentrum der Europäischen Kommission in Deutschland ausgewählt. Das Büro wird zum 1. Januar 2026 im Tietz eröffnet und zunächst für fünf Jahre als Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger zu Fragen rund um die EU dienen. Europe Direct soll Vertrauen in die EU aufbauen, ihre Relevanz für den Alltag – von Bildung bis Klima – vermitteln und Bürgerinnen und Bürger aktiv einbinden. Besonders sollen die Begegnungsformate auf den Interventionsflächen aus dem Kulturhauptstadtjahr 2025 umgesetzt werden, wodurch diese nachhaltig belebt werden. Mit der Einrichtung in Chemnitz steigt die Zahl der Europe Direct-Zentren in Deutschland auf 48; europaweit gibt es mittlerweile mehr als 400 Standorte, die seit 2005 in allen EU-Mitgliedstaaten etabliert wurden.


Die Stadt Chemnitz ehrte Justin Sonder an seinem 100. Geburtstag mit der Einweihung einer Informationsstele auf dem Brühl. Der Ehrenbürger und Auschwitz-Überlebende plädierte Zeit seines Lebens für Demokratie und Menschlichkeit. Foto: Kristin Schmidt
Anja Lippmann wurde in Dresden für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Annen-Medaille ausgezeichnet. Sie setzt sich besonders für Inklusion, Barrierefreiheit und Menschen mit Behinderung ein Foto: SMS/Killing