Chemnitzer Modell
Baustart für Zentrumsring steht bevor
Informationsveranstaltung am 28. Januar
Am 2. Februar 2026 fällt der Startschuss zu einem der größten Infrastrukturprojekte der jüngeren Chemnitzer Geschichte: Am Falkeplatz und in der Mühlenstraße beginnt der Bau des Chemnitzer Bahnrings. Er ist auch der erste Abschnitt der künftigen Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna (Chemnitzer Modell Stufe 4 – kurz CM 4). Verantwortlich für den Bau sind der VMS und seine Partner: die Stadtverwaltung Chemnitz und die CVAG.
Detaillierte Informationen für alle Interessierten zum Bauablauf gibt es am 28. Januar 2026 im Carlowitz Congresscenter. Zwischen 17 und ca. 19 Uhr laden VMS, Stadt Chemnitz und CVAG zur großen „Bürgerinfoveranstaltung CM 4 Bahnring“ ein.
Während am Falkeplatz die ersten Februarwochen der Einrichtung der Baustelle und bauvorbereitenden Arbeiten gelten, starten die Bautätigkeiten in der Mühlenstraße ab Anfang Februar direkt unter Vollsperrung. Mathias Korda: „Der gesamte Bau erfolgt unter der Zielsetzung, die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer, Anwohner und Gewerbetreibende so gering wie möglich zu halten.“
Der erste Abschnitt des Bahnrings wird Ende 2027 fertig gestellt sein: Er liegt zwischen der Kreuzung Brücken-/Mühlen-/Theaterstraße und der Kaßbergauffahrt. Der Neubau des Falkeplatzes wird bis 2028 andauern.
Stufe 4
Zahlen und Fakten
- Die Kosten für die Gesamtbahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna liegen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
- 75 Prozent stemmt der Bund, 15 Prozent der Freistaat Sachsen, je 5 Prozent kommen von der Stadt Chemnitz und dem Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS).
- Es ist ein koordiniertes Bauvorhaben mit eins Energie in Sachsen, dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ESC) und der Stadt Chemnitz.
- Der Chemnitzer Bahnring mit der Strecke bis zur Ermafa-Passage wird voraussichtlich 2030 fertig sein.
- Seit Anfang 2025 läuft die Planung der Strecke über Leipziger Straße bis Chemnitz-Center und weiter bis Limbach-Oberfrohna.
- Die Bahnlinie (16 Kilometer) soll Mitte der 2030er Jahre fertig sein.
- Im ersten Schritt wird der Zentrumsring um die Chemnitzer Kern-Innenstadt geschlossen. Die Bahngleise können bis Konkordiapark verlängert werden, sechs neue Haltestellen entstehen.
Baurecht für Stufe 4 erteilt - Stimmen zur Entscheidung
Die Landesdirektion Sachsen hat am 22. Dezember 2025 den Planfeststellungsbeschluss für den Planfeststellungsabschnitt 1 des Chemnitzer Modells Stufe 4, Ausbau Chemnitz <> Limbach-Oberfrohna, erlassen.
Weitere Informationen
Damit kann der Ausbau im Chemnitzer Zentrum nun beginnen und dieses Zukunftsprojekt konkret umgesetzt werden. Das Chemnitzer Modell steht für eine moderne und nachhaltige Mobilität, die Stadt und Umland direkt miteinander verbindet. Mit der Verknüpfung von Straßenbahn- und Eisenbahnnetz ist es eines der wenigen Projekte dieser Art in Deutschland und ein echtes Aushängeschild für die Region. Der Ausbau der vierten Stufe ist ein weiterer großer Schritt, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, neue Verbindungen zu schaffen und Chemnitz zukunftsfähig aufzustellen.
Mit dem Bau stellen der VMS und seine Partner, die Stadtverwaltung Chemnitz und die Chemnitzer Verkehrs-AG, die Weichen für eine deutliche Aufwertung des öffentlichen Verkehrs in Chemnitz und der Region.
Erster eCitylink angekommen
Einsatz ab 2027 geplant
Der erste doppelt elektrische Citylink (eCitylink) der neuen Generation ist in Chemnitz angekommen. Gekuppelt im Pulk mit Begleitfahrzeugen rollte er am 16. Dezember 2025 im Chemnitzer Hauptbahnhof ein. Gebaut wird die gesamte Serie von 19 eCitylinks in Valencia (Spanien) im dortigen Stadler-Werk. Anfang des Monats folgte der Transport der ersten produzierten Bahn von Spanien aus per Schiff durch den Ärmelkanal nach Antwerpen (Belgien), von dort nach Chemnitz.
mehrVerbinden, was zusammen gehört - Das Chemnitzer Modell
Ein Projekt des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) hat geradezu Seltenheitswert: Das „Chemnitzer Modell“, die Herstellung einer umsteigefreien Verbindung des regionalen Eisenbahnnetzes mit dem innerstädtischen Straßenbahnnetz von Chemnitz.
Der Region auf der Spur
Durch die Verknüpfung von Straßenbahn- und Eisenbahngleisen bietet das Chemnitzer Modell umsteigefreie Verbindungen zwischen dem Oberzentrum Chemnitz und dem Umland. Es ist ebenso auch eine Verknüpfung der Verkehrsmittel Bus und Bahn mit dem Ziel, Verkehrsströme auf der leistungsfähigen Bahntrasse zu bündeln. Da die Bahn nicht überall halten kann, bieten Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe der Bahnstationen kurze Umsteigewege zu den regionalen Buslinien.
Fünf Ausbaustufen
Das Pilotprojekt des Chemnitzer Modells, die Strecke Chemnitz – Stollberg, zeigt bereits seit 2002, wie das Umland schnell und bequem mit dem Oberzentrum Chemnitz verbunden werden kann. Ziel ist es, ein nachhaltiges Verkehrskonzept im gesamten Raum Chemnitz zu gestalten. Das so genannte Zielnetz 2020 werden 226 Kilometer Eisenbahn- und Straßenbahngleise bilden.