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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 41

Fußgängerbrücke Am Stadtgut wird abgerissen

Nächster Schritt zur Gewässerrenaturierung im Pleißenbachgrünzug

Ab Anfang Februar wird die Fußgängerbrücke Am Stadtgut über den Pleißenbach abgerissen, um dort anschließend ein neues Brückenbauwerk zu errichten.

Um das Gewässer an der Engstelle bei der Brücke Am Stadtgut aufweiten zu können, muss diese für einen Ersatzneubau mit längerer Spannweite weichen. Aufgrund der Zustandsnote 3,9 wären entsprechende Sanierungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen ohnehin notwendig geworden. Für die Verbesserung des Hochwasserschutzes erfolgen zusätzlich umfangreiche Erdarbeiten. Der Pleißenbach erhält ein neues Flussbett. Das Gelände, auf dem sich aktuell noch der Parkplatz der Kirchgemeinde befindet, wird abgetragen und neu modelliert. Im Anschluss wird der Parkplatz direkt am Gebäude der Kirchgemeinde wieder neu hergestellt. 

Im Zuge der Brückenbauarbeiten ist somit eine Querung des Pleißenbachs in diesem Bereich im Zeitraum zwischen Anfang Februar bis Ende Juli dieses Jahres nicht möglich. 

Fußgänger:innen und Radfahrer:innen werden gebeten, über die Talbrücke im Park auf Höhe der Kochstraße oder über die Rudolf-Krahl-Straße auszuweichen. Eine entsprechende Umleitung wird eingerichtet. Geplanter Fertigstellungstermin ist der 30. Juli dieses Jahres, so dass nach technischer Abnahme der Brücke eine Querungsmöglichkeit wieder an gleicher Stelle für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen möglich ist. 

Der Abriss und Neubau der Brücke gehört zum Bauabschnitt 2.1, mit dem ein weiterer Teil des Parks am Pleißenbach realisiert wird. Seit Anfang November 2025 laufen im Bereich zwischen dem bereits fertiggestellten Bauabschnitt 3 und dem Gelände von BS-Uni-Bau die Rückbau- und Abbrucharbeiten.

Die Planungsleistung einschließlich Bauüberwachung für die Gesamtanlage erfolgt durch das Planungsbüro Station C23 Architekten und Landschaftsarchitekten PartG mbB (Leipzig). Die Gewässerplanung und deren Bauüberwachung führt das Büro Stowasserplan GmbH & Co. KG (Radebeul) aus. Die Planung des Brücken-Ersatzneubaus stammt von IGS Ingenieure GmbH & Co. KG (Weimar). Darüber hinaus sind weitere Projektbeteiligte, wie die fischereifachliche, abfallrechtliche und ökologische Bauüberwachungen, involviert. Für die Bauausführung erhielt nach einem EU-weiten Ausschreibungs- und Vergabeverfahren das Unternehmen Phönix-Bau GmbH & Co. KG (Aue-Bad Schlema) den Zuschlag. Das Leistungsspektrum von Phönix-Bau beinhaltet insbesondere Ingenieur-, Tief- und Gewässerbauarbeiten. 

Die Gesamtbaukosten betragen 1,25 Mio. Euro. Die Maßnahme wird in Teilen aus der Richtlinie Gewässer/Hochwasserschutz mit einem Fördersatz von 90 Prozent sowie in anderen Teilen mit Städtebaufördermitteln zu zwei Dritteln anteilig gefördert (siehe auch Pressemitteilung 842).

Hintergrund 
Das Gesamtprojekt „Pleißenbachgrünzug“ wird als Teil von „Stadt am Fluss“ als bedeutende Interventionsfläche der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 umgesetzt. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Altendorf zwischen Beyerstraße und Rudolf-Krahl-Straße war lange durch Brachflächen, Sukzession und einen ökologisch benachteiligten, stark verbauten Naturraum geprägt. Nach dem Rückzug der Bahn ergab sich die Möglichkeit, ein neues Stück Stadt mit öffentlich nutzbaren Freiräumen sowie weitere Flächen für Wohnen, Gemeinbedarf und Gewerbe zu schaffen – einschließlich Hochwasserschutz. Das Vorhaben teilt sich in neun Bauabschnitte, von denen bereits sechs abgeschlossen werden konnten. Mittlerweile wurden ca. 900 Meter erlebbare naturnahe Bachabschnitte, eine neue Fußund Radbrücke sowie eine attraktive Parkanlage mit großem Spielplatz geschaffen. Durch den Grünzug verläuft zudem der Premiumradweg Küchwald-Wüstenbrand, der in diesem Bereich zum großen Teil fertiggestellt ist und an dem aktuell mit dem Abschnitt Röhrsdorfer Straße – Riedstraße weiter gebaut wird. Mit diesem unabhängig vom übrigen Verkehr und überwiegend kreuzungsfrei geführten Radweg wurde und wird eine sichere und attraktive Mitte-West Verbindung für Radfahrer:innen geschaffen. 

Insgesamt wurden bereits ca. 12,9 Mio. Euro in die Entwicklung des Pleißenbachgrünzugs investiert. 

www.chemnitz.de/interventionsflaechen