Ehrenbürger Carl H. Hahn
Manager - Visionär - Brückenbauer
Ehrenbürgerwürde verliehen am 9. Juni 1994
Der langjährige VW-Manager Carl Horst Hahn wurde am 1. Juli 1926 in Chemnitz geboren.
Mit seinem Namen sind die großen Erfolge des Volkswagen-Konzerns bis zum heutigen Tag untrennbar verbunden. Mit der Errichtung neuer internationaler Produktionsstätten legte er die Grundlagen für die Entwicklung des Konzerns zu einem der größten Automobilhersteller weltweit.
Ein besonderes Anliegen war ihm nach der Wiedervereinigung Deutschlands die Stärkung der Industriestandorte seiner alten Heimat und ein Neuanfang an den alten Produktionsstätten der Automobilindustrie in Zwickau und Chemnitz.
Für seine außergewöhnlichen Verdienste erhielt er zahlreiche internationale Ehrungen, Orden sowie akademische Würden von Hochschulen im In- und Ausland. Die Stadt Chemnitz verlieh Carl H. Hahn 1994 die Ehrenbürgerwürde.
Der langjährige VW-Manager Carl Horst Hahn wurde am 1. Juli 1926 in Chemnitz geboren. Sein Vater, Carl Hahn Senior, war an den Anfängen der deutschen Automobilindustrie beteiligt und gehörte 1932 zu den Mitbegründern der Auto Union AG in Chemnitz, die aus dem Zusammenschluss der Marken Audi, der Automobilabteilung der Wanderer-Werke, Horch und DKW hervorging. Die enge Verbindung der Familie zur Automobilbranche beeinflusste Carl Horst Hahn bereits von Kindheit an.
Die ersten Lebensjahre verbrachte Hahn in Zschopau in unmittelbarer Nähe der DKW-Werke. 1934 zog die Familie nach Chemnitz in die heutige Villa Hahn in der Händelstraße. Hier besuchte er das damalige Realgymnasium, das heutige Georgius-Agricola-Gymnasium, und verbrachte die prägenden Jahre seiner Jugend, bevor der Zweite Weltkrieg sein Leben grundlegend veränderte.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Carl Horst Hahn als Flakhelfer eingesetzt. Die Luftangriffe auf Chemnitz im März 1945 zerstörten das Wohnhaus der Familie. Kurz vor Kriegsende floh die Familie vor der heranrückenden Roten Armee und begann nach dem Krieg einen Neuanfang.
Carl H. Hahn studierte nach dem Abitur zunächst Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, der Schweiz und England sowie Politikwissenschaften in Frankreich. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. pol. studierte er Italienisch und Kunstgeschichte in Italien.
Seine berufliche Laufbahn begann Hahn 1953 bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Bereits ein Jahr später wechselte er zur Volkswagenwerk GmbH nach Wolfsburg. Als Leiter von „Volkswagen of America“ gelang es ihm, die Marke erfolgreich auf dem amerikanischen Markt zu etablieren und die internationale Ausrichtung des Unternehmens voranzutreiben. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1965 wurde er Mitglied des Vorstands der Volkswagenwerk AG.
Nach neun Jahren Tätigkeit wechselte er zur Continental Gummi-Werke AG in Hannover, die sich unter seinem Vorsitz zu einem führenden globalen Anbieter von Reifen- und technischen Gummiprodukten entwickelte.
Im Jahr 1982 kehrte Hahn als Vorstandsvorsitzender zur Volkswagen AG zurück und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1992. In dieser Zeit hatte Carl H. Hahn entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Konzerns. Unter seiner Führung entstanden neue Produktionsstätten in Europa und China, wodurch Volkswagen zu einem der größten Automobilhersteller der Welt wurde.
Ein besonderes Anliegen war ihm nach der Wiedervereinigung Deutschlands die Stärkung der Industriestandorte seiner alten Heimat und ein Neuanfang an den alten Produktionsstätten der Automobilindustrie in Zwickau und Chemnitz. Dank seines herausragenden Engagements konnte an die traditionsreiche Industriegeschichte der Region wieder angeknüpft und die Grundlagen für erfolgreiche Innovationen geschaffen werden.
1960 heiratete Carl Horst Hahn Marisa Traina. Gemeinsam bekamen sie vier Kinder und gründeten später die Carl und Marisa Hahn Stiftung. Die Stiftung fördert bis heute Bildungs-, Kultur- und Sozialprojekte in verschiedenen Regionen Deutschlands, insbesondere auch in Chemnitz und Zwickau.
Am 9. Juni 1994 verlieh die Stadt Chemnitz Carl Horst Hahn die Ehrenbürgerwürde. Ausschlaggebend war insbesondere sein Engagement für den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Region nach der Wiedervereinigung. Dank seiner Initiative als Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG wurden in Chemnitz und Mosel bedeutende Investitionen getätigt, die zahlreiche Arbeitsplätze schufen und die Automobilindustrie in Sachsen wiederbelebten. Hahn leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und zum guten Ruf seiner Heimatstadt.
Neben zahlreichen internationalen Ehrungen und Ehrendoktorwürden engagierte sich Hahn in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Bis zu seinem Tod am 14. Januar 2023 blieb er Chemnitz eng verbunden und gilt bis heute als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der sächsischen Industriegeschichte.
Programm zum 100. Geburtstag
2. Juli bis 16. August 2026
Mit zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Chemnitz seinem Ehrenbürger Prof. Dr. Carl Horst Hahn, einem der bedeutendsten Unternehmer der deutschen Automobilgeschichte, anlässlich seines 100. Geburtstages am 1. Juli.
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