Stolpersteine in Chemnitz
Ernst Gerhard Frank, Emma Elisabeth Frank, Günther Konrad Frank und Horst Heinz Frank
Ernst Gerhard Frank
Geboren: 24. August 1892
Gestorben: 3. November 1972
Emma Elisabeth Frank, geb. Goeritz
Geboren: 15. Januar 1893
Gestorben: 6. April 1986
Günther Konrad Frank
Geboren: 1. Juli 1925
Gestorben: 6. November 2007
Horst Heinz Frank
Geboren: 26. September 1926
Gestorben: 26. August 2012
Verlegeort:
Beckerstraße 13
Stolperstein-Verlegung am:
6. Mai 2026
Fotos der Stolpersteinverlegung
Lebensweg
Gerhard Frank wurde als dritter Sohn des Trikotagenfabrikanten Julius Frank in Chemnitz geboren. Katharina Mallison, seine Mutter, hatte noch weiteren sechs Kindern das Leben geschenkt. Von 1903 bis 1910 besuchte er das Realgymnasium in Chemnitz, das sich damals noch an der Reitbahnstraße befand.
Am 2. Dezember 1922 vermählte sich Gerhard Frank mit Elisabeth (gen. Lissi) Goeritz. Ihre Söhne Günther Konrad und Horst Heinz wurden in Dresden bzw. in Schönau b. Chemnitz geboren. Horst war ein Sonntagsjunge, wie dies die Eltern voller Stolz in der „Chemnitzer Tageszeitung“ anzeigten.
Der Prokurist Gerhard Frank, der nach dem frühen Tode von Horst Goeritz am 13. September 1925 zum alleinigen Vorstand der Gebr. Goeritz Aktiengesellschaft ernannt wurde, hatte sich als Vorsitzender und sportlicher Leiter des Sportklubs Schild (1935 bis Juni 1937) „große Verdienste“ um die Entwicklung des jüdischen Sports in Chemnitz erworben. Während des Novemberpogroms 1938 wurde er für einen Monat in das KZ Buchenwald verschleppt. Im Januar 1939 musste er im Zuge der „Arisierung“ der Gebr. Goeritz AG seinen Vorstandssitz aufgeben. Bereits im Sommer 1938 hatte Lissi Frank Deutschland in Richtung Kuba verlassen können, von dort aus gelangte sie am 13. Dezember 1938 in die USA. Im Frühjahr 1939 konnte Gerhard Frank mit den Söhnen nach Holland auswandern, wo sie Rabbiner Dr. Hugo Fuchs begegneten, der auf der Durchreise nach Argentinien war. Dank der Bemühungen ihrer Mutter durften Horst und Günther im Juli 1939 ebenfalls in die USA emigrieren.
Gerhard Frank, der auf eine „Immigrationsquotennummer“ warten musste, blieb allein in Holland zurück. Nach der NS-Okkupation des Landes wurde er in dem 1940 errichteten Durchgangslager Westerbork (Vreemdelingen Camp) interniert, wo ihm eine Arbeit zugewiesen wurde. Gerhard Frank überlebte und traf erst am 20. Juli 1946 in New York bei seiner Familie ein.
Gerhard Frank starb dort im November 1972, Lissi Frank überlebte ihn um 14 Jahre. Günther Konrad, der im Frühjahr 1938 als letzter jüdischer Schüler das Städtische Realgymnasium verlassen musste, lebte bis zu seinem Tode als Conrad G. Frank in New York. Horst Heinz vermählte sich 1954 in Miami (Florida) mit Rosalyn Morris, mit der er zwei Kinder, Wayne Leslie und Nancy Eileen, hatte. Zuletzt wohnte Henry H. Frank, wie er sich im Exil nannte, mit seiner Ehefrau in Beachwood (Ohio).
Die Brüder standen über Jahre hinweg in Kontakt zur Jüdischen Gemeinde ihrer Heimatstadt.
Autor: Dr. Jürgen Nitsche
Hier liegen die Stolpersteine von Ernst Gerhard, Emma Elisabeth, Günther Konrad und Horst Heinz Frank:
Stolpersteine in Chemnitz
Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: in Chemnitz werden seit 2007 jährlich Stolpersteine verlegt.
Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Mitbürgern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.
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