Stolpersteine in Chemnitz

Heinrich Moritz Frank, Rosa Frank, Leonore Frank und Erwin Konrad Frank

vier Stolpersteine für Familie Frank. Auf den Steinen steht: Hier wohnte Heinrich Frank, Jg. 1889, unfreiwillig verzogen, 1937 Berlin, Schutzhaft 1938, KZ Sachsenhausen, Flucht 1939, Palästina  |  Hier wohnte Rosa Frank, geb. Frank, Jg. 1900, unfreiwillig verzogen, 1937 Berlin, Flucht 1939 Palästina  |  Hier wohnte Leonore Frank, verh. Schoenbeck, Jg. 1923, 1935 Goldschmidt-Schule Berlin, Flucht 1939 Palästina  |  Hier wohnte Erwin Konrad Frank, Jg. 1925, 1935 Goldschmidt-Schule Berlin, Flucht 1939 Palästina

Heinrich Moritz Frank 
Geboren: 11. September 1889
Gestorben: 24. Mai 1955

Rosa Frank, geb. Frank
Geboren: 18. Mai 1900
Gestorben: 6. Oktober 1982

Leonore Frank, verh. Schoenbeck 
Geboren: 10. Oktober 1923
Gestorben: 14. November 2009

Erwin Konrad Frank 
Geboren:15. Dezember 1925
Gestorben: 26. Juni 2024 

Verlegeort:

Katharinenstraße 2

 

 

Stolperstein-Verlegung am:

6. Mai 2026

 

Lebensweg

Heinrich Frank wurde als ältester Sohn des Trikotagenfabrikanten Julius Frank in Chemnitz geboren. Katharina Mallison, seine Mutter, hatte noch weiteren sechs Kindern das Leben geschenkt, u. a. Irmgard Anna (auch Irmi). 

Heinrich Frank gehörte zu den jüdischen Weltkriegsteilnehmern. Bereits im September 1914 meldete er sich für einen Einsatz an der Front. Erst im Dezember 1918 sollte er demobilisiert werden. Nach der Rückkehr nahm Heinrich Frank als Zweiter Vorsitzender am weiteren Aufbau des Jüdischen Jugendvereins in Chemnitz teil. Später engagierte er sich in der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. 

Bereits im Februar 1920 wurde Heinrich Frank Prokurist der Trikotagenfabrik Felix Frank. Im September 1921 wurde der damals 32-jährige Kaufmann in den Vorstand der neugegründeten Marschel Frank Sachs Aktiengesellschaft gewählt. 

Am 30. Mai 1922 ging Heinrich Frank die Ehe mit der aus Erfurt stammenden Rosa Frank ein. Das junge Ehepaar wohnte in der Katharinenstraße 2. Ihre zwei Kinder Leonore (gen. Lore) und Erwin Konrad wurden in der Staatlichen Frauenklinik Chemnitz geboren. 

Die NS-Machtübernahme im Jahre 1933 bedeutete für den Fabrikdirektor Heinrich Frank, dass er bereits im März 1934 aus der Marschel Frank Sachs AG „ausscheiden“ musste. Er blieb aber bis 1937/38 Gesellschafter mit einem der größten Aktienpakete. 

Außerdem unterstützte Heinrich Frank damals den Israelitischen Krankenpflege-, Unterstützungs- und Bestattungsverein „Chewra Kadischa“ in Chemnitz. Im März 1937 wurde er anstelle des altersbedingt ausgeschiedenen Kaufmanns Salo Guttmann zum I. Vorsitzenden gewählt. 

Wenige Monate später zog Heinrich Frank mit Ehefrau und Tochter nach Berlin, nachdem Sohn Erwin dort schon anderthalb Jahre die Private Jüdische Schule Dr. Leonore Goldschmidt besucht hatte. Während des Novemberpogroms 1938 wurde er am 10. November 1938 in Berlin verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Er wurde erst am 23. Dezember 1938 entlassen. Am 2. März 1939 wurde Heinrich Frank und seiner Familie die Auswanderung nach Palästina erlaubt. Er ließ sich in der Stadt Ramat Gan nieder, wo er eine Pension mit Restaurant eröffnete. Der Zufall wollte es, dass sich diese in unmittelbarer Nachbarschaft zu Heinrich Guttmanns Domizil befand. Uri Guttmann, Heinrichs Sohn, lebt heute noch in Ramat Gan und wird an der Eröffnung der Ausstellung „Threads“ im SMAC teilnehmen. 

Heinrich Frank verstarb im Mai 1955 in Israel. Seine Witwe Rosa zog im Januar 1958 in die USA, wo ihre Kinder bereits seit einigen Jahren lebten. Rosel Frank verstarb im Oktober 1982 in New York. Ihre Tochter lebte als zweifach verwitwete Leonore Schoenbeck bei New York. Daniel Feldmann, ihr Sohn aus erster Ehe, lebt seit 1971 mit seiner Familie in Australien. Erwin Frank ist seit 1954 mit Ursula Brauer verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder: Ronald und Diane. 

Erwin Frank stand seit vielen Jahren in Kontakt zu seiner Heimatgemeinde. Die Geschwister weilten 1997 zu den „6. Tagen der jüdischen Kultur“ in Chemnitz.

Autor: Dr. Jürgen Nitsche

Hier liegen die Stolpersteine von Heinrich Moritz, Rosa, Leonore und Erwin Konrad Frank:

Stolpersteine in Chemnitz

Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: in Chemnitz werden seit 2007 jährlich Stolpersteine verlegt.

Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Mitbürgern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.

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