Laudatio zur Verleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises 2026

Laudatorin: Katharina Raabe, Juri Andruchowytschs Lektorin

18. April 2026

Katharina Raabe, eine Frau mit halblangen Haaren und Brille, hält die Laudatio zur Verleihung des Internationalen Stefan-Heym-Preises. Sie steht an einem Rednerpult und trägt einen dunklen Blazer sowie einen gemusterten Seidenschal.
Foto: Kristin Schmidt

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Juri,

nie gehörte Wörter oder Namen können eine Welt aufschließen – Sesam öffne dich, wir wussten das als Kinder. Eine solche Urszene der sprengenden Kraft dichterischer Sprache ist für mich mit dem Wort Dsyndsul verbunden.

Dsyndsul – eine Hochalm in den Karpaten, 1915 Schauplatz einer blutigen Weltkriegsschlacht. Später Wetterstation der Warschauer meteorologischen Gesellschaft. Bis 1939 Abhörstation der Briten. In den 60er Jahren sowjetisches Skisportinternat, in den 90ern von einem findigen ukrainischen Geschäftsmann zu einem Hotel ausgebaut. 

Dsyndsul ist der Schauplatz des Romans Zwölf Ringe, mit dem Juri Andruchowytsch 2003 sein ukrainisches und 2005 sein deutsches Publikum in Begeisterung versetzte. 

Das Hotel hieß – in Anspielung auf den „verfluchten Dichter“ Bohdan-Ihor Antonytsch - „Wirtshaus auf dem Mond“. Dort oben gingen mir die Augen auf. Das heißt, nein, mir schwirrte der Kopf von der Fülle unbekannter Details halb historischer, halb fiktiver Herkunft. Gab es diesen Dichter überhaupt? Oder sah ich in den Abgrund meiner literarischen Ignoranz? Ohne den Protagonisten Karl-Joseph Zumbrunnen, der dort oben herumirrte und so wenig Ukrainisch verstand wie ich, wäre ich verloren gewesen.

Der Blick dieses Zumbrunnen jedoch – ein halberfundener österreichischer Fotograf, seit den frühen Neunzigern in der Ukraine, d.h. in ihrem westlichen Teil, in Galizien, unterwegs – verzauberte diesen Ort, erweckte ihn zu einem von Worten wimmelnden Leben. Dieser Blick –vom Dichter Andruchowytsch verdolmetscht - erschuf eine Poesie sui generis, aus rhythmisierten, klingenden Wörterlisten und lachtränentreibenden Aufzählungen, die unerhörte Sinnkombinationen und Wirklichkeitselemente produzierten.

„Alles, was Zumbrunnen sah“, ich zitiere Sabine Stöhrs Übersetzung, „alles, was Zumbrunnen sah, als er so im Haus umherstreifte, von Stockwerk zu Stockwerk, von Flügel zu Flügel, durch große Säle und kleine Kammern, hinterließ in ihm den Eindruck einer seltsamen Vermischung der Zeiten, als ob ganze Stücke früherer Existenz unentwegt auf sich aufmerksam machen wollten, indem sie sich ausdrucksstark in die Gegenwart verkeilten – sei es ein unverputztes Stück Mauer aus Vorkriegsziegeln SERAFINI, sei es ein großflächiges Mosaik-Panel, das sowjetische Kosmonauten und künstliche Satelliten zeigte.“ Unweit eine „in ihrer Unverhülltheit schamlose österreichische gußeiserne Badewanne mit Hähnen, die sich nobel grün verfärbt hatten“ und ein „phosphoreszierender Hirsch“ auf seinem aus „geschliffenen Flußkieseln zusammengesetzten Postament.“

„Eine seltsame Vermischung der Zeiten“ – unser Stichwort.

Der 2003 erschienene Essayband Das letzte Territorium und das mit Andrzej Stasiuk verfasste Buch Mein Europa waren Augenöffner, nicht nur für mich: Die seit 1991 unabhängige Ukraine, der größte der sowjetischen Nachfolgestaaten, ein riesiges, heterogenes Land voller Korruption, Kleptokratie und Clankriminalität, reich an historischen Erbschaften aus drei Imperien, an Sprachen und Ethnien, gezeichnet von Holocaust, Massenmorden, Vertreibungsaktionen, nun, so die Hoffnung, einer Generation anvertraut, die bereit war, in die Zukunft aufzubrechen, Tabuisiertes zur Sprache zu bringen, zerrissene mitteleuropäische Fäden zusammenzuknüpfen, Traditionsbestände zu aktualisieren. Diese Essays, die im Reisegepäck und auf den Schreibtischen der außenpolitischen Berater landeten, sorgten dafür, dass eine zu Mauerzeiten ignorierte europäische Region auf die mentale Landkarte zurückkehrte. 

Das letzte Territorium, Mein Europa, Zwölf Ringe – diese Bücher waren ein Paukenschlag: mit euphorischen Kritiken bedacht, rückten sie nicht nur den Autor, sondern sein Land in den Fokus. Hätte es einen besseren Botschafter als Juri Andruchowytsch geben können? Er sprach ein knackiges Deutsch, war charmant und lustig. Immer, wenn in der Ukraine etwas geschah, war fortan er für Erklärungen zuständig. Eine lästige Pflicht – Sympathieträger gern, Geschäftsträger bitte nicht. Dennoch verweigerte er sich nie. Ahnte er, dass er, vielmehr die ukrainische Gesellschaft, unsere Sympathie und Teilnahme einmal brauchen könnte?

Während in Berlin im Herbst 2004 am Übersetzungslektorat der Zwölf Ringe gearbeitet wurde, bahnte sich in der Ukraine ein schmutziger Wahlkampf an. Mit tatkräftiger Einmischung Moskaus, respektive der Regierung Putins, wurde alles getan, um den Kandidaten der Opposition zu verhindern, bis zum Dioxinanschlag – sein zerstörtes Gesicht, Sie erinnern sich.

„Wir sind uns bewusst, dass wir noch zwei Wochen in Freiheit leben“, erklärte mir Andruchowytsch am Telefon. Wie er es schaffte, in dieser Atmosphäre, während seiner vielen Reisen und Auftritte im Land, geduldig unsere Fragen nach Banditenslang und verkappten Antonytsch-Zitaten zu beantworten, weiß ich nicht. „Morgen“, so hieß es in einem Offenen Brief, den er mit Kollegen für die ausländische Presse verfasst hatte, „morgen wird sich die Ukraine in ein schwarzes Loch in der Mitte Europas verwandeln, wo man straflos einen Präsidentschaftskandidaten vergiften, Journalisten ermorden und das ganze Volk in Unterdrückung, Apathie und Hoffnungslosigkeit halten kann.“

Er bat die Europäer hinzuschauen – zu verstehen, dass die ukrainische Gesellschaft um ihre Freiheit kämpfte. Und Ende November: „Jetzt hilft nur noch die Revolution.“


Meine Damen und Herren,

ein Schriftsteller, der sich wirkungsvoll einmischen will, braucht Autorität – die Medien müssen ihm einen Raum bieten oder die Bühnen, am besten die Parlamente, damit sein Wort das Publikum erreicht. Wie bei Stefan Heym zum Beispiel, an dessen Rede auf dem Alexanderplatz im November 1989 oder als Alterspräsident des Bundestages 1994 wir uns erinnern. Oder zehn Jahre später Juri Andruchowytsch, der Mitte Dezember 2004 vor dem Europaparlament in Straßburg über den „Zusammenstoß einer nach Demokratie und Rechtsstaatlichkeit strebenden Gesellschaft mit einer Staatsmacht“ spricht, „die mit allen Kräften versucht, eine autoritäre, neototalitäre Regierungsform zu bewahren“.

Obwohl jünger als Stefan Heym, galt Juri Andruchowytsch, als ich ihn Ende der 1990er Jahre kennenlernte, bereits als „Patriarch“. Patriarch der Performancegruppe BuBaBu. Unter der Parole Burlesk-Balagan-Buffonade betrat die sagenumwobenen Truppe 1985, zur selben Zeit wie Gorbatschow, die Bühne. In den legendären Happenings Mitte der 80er bis Anfang der 1990er Jahre schien die neue Epoche bereits angebrochen oder die alte unter Riesengelächter zur Hölle zu fahren. Andruchowytsch pendelte zwischen seiner Heimatstadt „Franyk“ (Ivano-Frankivsk) und der Metropole Moskau, wo er am Gorki-Literaturinstitut studierte, und kam mitten hinein „in die Festivalphase unserer neusten Geschichte“.

Innerhalb weniger Wochen, im Herbst 1990, schrieb er, dreißigjährig, seinen ersten Roman und die Gedichtzyklen Briefe in die Ukraine“ und Indien. Kurz darauf, in Bayern, in der Villa Waldberta am Starnberger See, die Moscoviada, seinen furiosen Abgesang auf die sowjetische Hauptstadt. Im visionären Finale schwingt sich Schwarzstrumpf, Präsidiumsvorsitzender und Befehlshaber eines Rattenheers, zu einer obsessiven Rede zur Verteidigung des Imperiums vor Zerfall und drohendem Chaos auf. „Wir stehen bereit der dortigen russischsprachigen Bevölkerung zu Hilfe zu eilen“, schnarrt er, als jemand sich nach Alaska erkundigt.

Wenn diese Passage bei Solidaritätslesungen für die Ukraine rezitiert wurde, stockte einem der Atem.

Das hat er alles schon vor dreißig Jahren geschrieben? Als Putin gerade mal aus Dresden zurückgekehrt war nach Leningrad, das seit kurzem wieder Petersburg hieß?

Sie sehen: In der Biographie Juri Andruchowytschs verschwistern sich politische und ästhetische Opposition nicht nur - sein Leben (und Überleben) ist in allen Phasen, ob er will oder nicht, mit dem seines Landes unauflösbar verwoben.

Von dieser performativen, poetisch-karnevalesken Einmischung in die epochalen Umwälzungen, von der persönlichen Teilnahme an den Geburtsturbulenzen einer unabhängigen Ukraine ahnte man hierzulande nichts. Die Deutschen waren damals mit sich selbst beschäftigt, wie Péter Esterházy schrieb, Andruchowytschs seelenverwandter ungarischer Kollege. Dort die Trennung vom multinationalen Sowjetreich - hier die Vereinigung zweier Deutschländer, von denen das östliche in der Einflusszone jenes zerfallenden Imperiums lag.

Wen interessierte schon, dass dort, weit hinter Polen, ein neuer Staat entstand? Wer hatte jemals ein ukrainisches Buch gelesen? Geschweige denn eine Vorstellung davon, dass die Sprache gerade dabei war, sich, wie das ganze Land, neu zu erfinden, unter Mitwirkung junger psychedelischer Dichter, die nicht nur dem sozialistischen Realismus, sondern auch der in der Emigration gehüteten und heiliggesprochenen ukrainischen Nationalliteratur eine Nase drehten?

Jedenfalls war die erwähnte „Festivalphase“ mit der orangen Revolution 2004 in die nächste Etappe eingetreten.

Sie sei ein „Mega-Kunstwerk“ gewesen, so Andruchowytsch ein halbes Jahr später, als alles vorbei war. Sein Schöpfer müsse, sagte er 2005, anlässlich der Entgegennahme des Erich-Maria-Remarque-Preises, „wohl ein besonders sensibler Leser der ukrainischen Literatur des vergangenen Jahrzehnts sein und all ihre Hoffnung und all ihre Verzweiflung in sich aufgenommen haben.“ Das Lachen, die Hoffnung, woraus schöpfen sie? Daraus, dass es zum ersten Mal in ihrer gesamten Geschichte eine Literatur ohne Zensur gebe. Und das Wichtigste, Zitat: „dass der langjährige, mein ganzes bewusstes Leben andauernde Konflikt mit meinem Land beendet ist.“


Lieber Juri, verehrtes Publikum,

es kam bekanntlich anders. Beim dritten Anlauf, sich von einem korrupten Regime zu befreien, im Winter 2013/14, war es mit dem Lachen und dem Karneval vorbei. Andruchowytsch war mit einem Wandertheater unterwegs, ein eigenes Stück im Gepäck: Teilnehmer und Chronist der später so genannten „Revolution der Würde“. Zeuge von Gewalt und Tod auf dem Maidan. Mit dem Machtwechsel in Kiew, der Flucht des verhassten Präsidenten Janukowytsch außer Landes, begann ein von Moskau orchestrierter Bürgerkrieg im Donbas.

Bei seinen vielen Versuchen, Menschen im Westen die ukrainische Perspektive zu vermitteln, den Glauben an die europäischen Werte, für die man in Europa längst alle Leidenschaft verloren hatte, ging selbst bei ihm der Humorvorrat zur Neige. In seine Ironie mischte sich Bitterkeit:

„Behalten Sie uns alle in Erinnerung“, schloss er seine Rede auf der „Buch Wien“ im November 2014: „Wir waren allein und haben nicht nur unsere eigene égaliberté verteidigt, sondern auch Ihre. Verzeihen Sie – ohne es zu wollen, sind wir zu Ihrem schlechten Gewissen geworden.“

Im Februar 2022 startete Russland die Vollinvasion. Am Abend des 24. schrieb er mir zurück – und seine Reaktion war an Lakonie nicht zu überbieten: „Tja, jetzt hat es begonnen.“

Auch in jenen Tagen saßen wir wieder mit Sabine Stöhr am Übersetzungslektorat.  Radio Nacht, 2021 im Original erschienen. Ein Künstlerroman, wie seine Vorgänger Zwölf Ringe und Perversion. Ein Zeitroman über eine gescheiterte Revolution in einem namenlosen osteuropäischen Land. Der Held, der Barrikadenpianist Josip Rotsky, hat den „vorletzten Diktator Europas“ umgebracht und ist auf der Flucht. Niemand weiß, wo er sich befindet – auf einer Gefängnisinsel? Auf dem Null Meridian? Seine Stimme schwebt im Äther. Eine Nacht hindurch erzählt der alternde Rockstar aus seinem abenteuerlichen Leben, am Ende jeder Radiostunde spielt er ein Lieblingsstück.

Rotsky – was für ein Name: Trotzky, Brodsky, und noch ein Joseph – Roth aus dem galizischen Brody. 

Lieber Juri, das von deinem Erzähler beauftragte „Internationale Interaktive Biografische Komitee“ hat übersehen, dass Rotsky ein Anagramm von Rostyk ist. 

Und wer, liebes Publikum, ist Rostyk? Kein geringerer als der Dichterheld in Andruchowtyschs bereits erwähntem, bahnbrechendem Debütroman 

Recreaciji, der erst 2019 unter dem Titel Karpatenkarneval auf Deutsch erschien.

Ein Geniestreich aus dem Jahr 1990. Ein phantasmagorischer, karnevalesker polyphoner Text aus dem Geist Bachtins.

„… sie haben Kiew und Lemberg eingenommen und sogar Saporishja, und alles in nur zwei oder drei Stunden, jemand hat das sehr gut vorbereitet …“, heißt es am Ende. Das Romanpersonal gerät in Panik. Dem Leser stockt der Atem. Bis sich auf der erlösenden letzten Seite die Szene als Reenactment erweist - der dreißiger Jahre, als die ukrainischen Dichter auf Befehl Stalins erschossen wurden.

Kann man ein Reenactment in die Zukunft entwerfen? Wieviel Prophetie ist einem Schriftsteller zumutbar?

Dass späte auf frühere Lebensphasen sich reimen mögen, ist eine Sehnsucht alter Leute. Dass die Werke eines Autors unterirdisch miteinander korrespondieren mögen, entspringt einem analogen Wunsch nach Kohärenz. Doch die drei, nein vier Epochenbrüche, die in Andruchowytschs Lebens- und Schaffenszeit fallen – wie lassen sie sich integrieren oder transzendieren? Ich habe mich oft gefragt, wie er das geschafft hat – in solchen Zeiten Prosa und literarische Essays zu schreiben, ohne dass ihm die Erfindungen ausgehen, die Sprachlust versiegt, die Musik verstummt, die Erzählfreude erstirbt. Wie er es schaffte, sich unermüdlich einzumischen, publizistisch, performativ – nicht nur zu Haus, überall in Europa? 

Als werde das literarische Kraftwerk aus autarken Quellen gespeist – Schreiben auf der Hochalm, wenn man so will.


Meine Damen und Herren, 

ich komme zum Schluss.

Sisyphos gibt nicht auf, aber als glücklichen Menschen soll man ihn sich nicht vorstellen.

„Ein Schritt weiter – und wie eine schwarze Welle hätte die Zukunft uns verschlungen“ –

Der das sagt, der dort steht, nach der Probe, in Odessa am Strand, unterhalb des Französischen Boulevards, ist mein Freund Juri Andruchowytsch. Gemeinsam halten wir den Atem eine historische Minute lang an. Mit diesem Satz, datiert auf den 23. März 2014, endete damals dein Beitrag zu unserer Anthologie: Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht.

Zwölf Jahre früher waren wir dabei gewesen, den ersten Suhrkamp-Band zu vereinbaren: Das letzte Territorium.

Zwölf Jahre und zwölf (!) Bücher später stehen wir hier, in Chemnitz, die schwarze Welle ist tatsächlich über dich und euch hinweggegangen, sie tut es jeden Tag von neuem.

Angesichts der verzweifelten Hellsichtigkeit, mit der Andruchowytsch viele von uns angesteckt hat, wird uns in aller Illusionslosigkeit bewusst, wie begrenzt die Möglichkeit eines Schriftstellers ist. Das Wort als Waffe gehört heute den Mächtigen, die den Befehl geben, andere Länder zu überfallen.

Auch wenn der Satz „im Krieg schweigen die Musen“ für die ukrainische Gegenwartsliteratur nicht gilt: Literatur, Kunst, Musik vermögen es nicht, Regierungen von ihrem Kurs abzubringen. Diktatoren bringt man nicht dazu, über sich selbst zu lachen.

Andruchowytschs Erfolg ist ein anderer: Er hat Freundschaften gestiftet, Festivals kuratiert, Akademien und Diskussionsforen in die Ukraine geholt und umgekehrt dafür gesorgt, dass die ukrainische Literaturszene, die begabtesten jungen Kollegen im Ausland wahrgenommen werden. In der Folge der orangen Revolution kam die orange Welle musikalisch, literarisch, theatralisch auch bei uns an - nicht mehr zu ignorieren. Als der in Europa nicht mehr vorstellbare große Landkrieg begann, in der schwarzen Welle, wurden sie endlich gelesen. 

Vor allem aber hat er die ukrainische Literatur befreit, sie mit neuen, unvergleichlichen Formen bereichert, die rettende Ironie, die mitteleuropäische Melancholie verstärkt, seine geliebte „Nachtigallensprache“ mit ätzender Kritik geschärft und sie mit seiner Stimme, der Musik und dem Spektakel weithin hörbar gemacht. Er hat Dinge, von denen wir im restlichen Europa gar nicht wussten, dass es sie gibt, zum Sprechen gebracht und uns mit unvergesslichen Lach- und Lese-Exzessen beschenkt. Seine Romane und Essays, von Sabine Stöhr mitreißend und hochkomisch übersetzt, sind Weltliteratur. 

Er hat die Phantasie an die Macht gebracht.

Dafür danke ich Dir, lieber Juri. Und Ihnen allen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.


(Es gilt das gesprochene Wort.)