Europa-Netzwerke

 Gruppenfoto auf der Eurocities Jahreshauptversammlung in Cluj-Napoca, Rumänien (2024)
Seminarfoto auf dem Eurocities Contact Officer Meeting in Saragossa, Spanien (2024)
Referat von Stefan Schmidtke bei der 40 Jahre ECoC Konferenz in Chemnitz  (2025)
Site-visit beim Legacy-Wissenstransferseminar in Veszprem, Ungarn (2025)
Foto: EUROCITIES | Foto: EUROCITIES | Foto: Ernesto Uhlmann | Foto: Toroczkai Csaba |

Neben den 12 Partnerstädten ist die Stadt Chemnitz in 11 europäischen und internationalen Netzwerken aktiv vertreten. Durch diese vielfältigen Mitgliedschaften ist Chemnitz mit Partnern in über 100 Städten und Regionen in ganz Europa und darüber hinaus verbunden. Diese Kooperationen erstrecken sich über unterschiedliche Themenfelder – von Kultur und Gedenkkultur über Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung bis hin zu Demokratieförderung, Kriminalprävention sowie politischen Netzwerken auf europäischer Ebene.

Im Mittelpunkt steht der kontinuierliche Wissenstransfer: Durch den Austausch mit Städten und Netzwerkpartnern in ganz Europa werden Erfahrungen, Fachwissen und bewährte Ansätze geteilt und für die eigene kommunale Arbeit nutzbar gemacht.

Darüber hinaus bieten die Netzwerke einen direkten Zugang zu aktuellen europäischen Entwicklungen, politischen Impulsen und Fördermöglichkeiten. So bleibt die Stadt Chemnitz frühzeitig über relevante Themen und Rahmenbedingungen informiert und kann diese in ihre Arbeit einbeziehen.

Aus der aktiven Zusammenarbeit entstehen zudem konkrete Projekte, die gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt und umgesetzt werden. Auf diese Weise werden Netzwerke nicht nur zu Austauschformaten, sondern zu einem wichtigen Instrument für die praktische kommunale Zusammenarbeit und Innovation.

Eurocities Logo 2020

EUROCITIES ist ein Netzwerk europäischer Großstädte. Es wurde 1986 gegründet und führt die lokalen Regierungen von mehr als 200 Großstädten in 38 europäischen Ländern zusammen.

Seit 2002 arbeitet die Stadt Chemnitz aktiv bei EUROCITIES mit. In dem Netzwewerk befinden sich 23 deutsche Mitgliedsstädte, die sich im "German EUROCITIES Dialogue" austauschen und abstimmen. Für Chemnitz bietet sich außerdem die Möglichkeit einer weiteren Form der Zusammenarbeit mit ihren Partnerstädten, da Düsseldorf, Ljubljana, Łódź, Manchester und Tampere ebenfalls in das Netzwerk eingebunden sind.

EUROCITIES stellt eine Plattform für seine Mitglieder bereit, um Wissen und Ideen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Probleme zu analysieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Dazu gibt es verschiedene Foren, in denen Arbeitsgruppen aktuelle Belange bearbeiten und Projekte, Aktivitäten und Veranstaltungen initiieren.

White Paper „40 Empfehlungen aus 40 Jahren Kulturhauptstädte Europas“ (englisch)

Die Stadt Chemnitz ist Teil der ECoC Family (European Capitals of Culture Family) – einem europaweiten Netzwerk ehemaliger, aktueller und zukünftiger Kulturhauptstädte Europas. Dieses Netzwerk wurde im Jahr 2006 gegründet und Chemnitz trat mit dem Gewinn des Titels Europäische Kulturhauptstadt 2025 im Jahr 2020 bei. 

Das Netzwerk dient dem fachlichen Austausch, der gegenseitigen Inspiration und der langfristigen Stärkung der kulturellen Wirkung über das jeweilige Titeljahr hinaus. Städte profitieren dabei insbesondere von den Erfahrungen anderer Kulturhauptstädte – von der Programmgestaltung über die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern bis hin zu Organisations- und Umsetzungsprozessen.

Ein zentraler Bestandteil ist das jährliche ECoC Family Meeting, das in der Regel im September stattfindet. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Städte zusammen, stellen ihre Programme vor und diskutieren aktuelle Themen rund um die Umsetzung des Kulturhauptstadtjahres.

Die Mitgliedschaft in der ECoC Family ermöglicht es der Stadt Chemnitz, von bewährten Ansätzen zu lernen, eigene Erfahrungen einzubringen und nachhaltige europäische Partnerschaften aufzubauen, aus denen neue Projekte hervorgehen, die über das Titeljahr als Europäische Kulturhauptstadt hinausgehen.

Logo Culture Next Netzwerk

Das Culture Next Netzwerk wurde 2017 gegründet und widmet sich den Kandidatenstädten für die Europäische Kulturhauptstadt, die aktuell im Bewerbungsprozess sind bzw. deren Bewerbungsprozess abgeschlossen ist und die den Titel erhalten haben oder nicht.

Die Europäische Kulturhauptstadt (ECoC) ist eines der bekanntesten Aktionsprogramme der Europäischen Union. Die Dynamik und die Dimension dieses Programmes ist für Städte attraktiv, die einen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Wandel anstreben. Hunderte von Städten, die an diesem Prozess teilnehmen, bringen eine Vielzahl von Erfahrungen, bewährten Verfahren und Kenntnissen mit, die es zu teilen gilt, um auf diese Weise eine positive Wirkung für Europa zu erzielen.

Die Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erfordert Engagement, Investitionen und die Zusammenarbeit verschiedener lokaler Akteure, denn die Kandidatur ist eine wichtige und einzigartige Entwicklungschance für alle teilnehmenden Städte. Über die eigentliche Bewerbung hinaus entwickeln all diese Städte starke kulturelle Strategien und schaffen Mechanismen für die kulturelle Planung und die Beteiligung der Bürgerschaft.

Mehr als 80 % der Städte, die sich um den Titel bewerben, erhalten ihn jedoch nicht.

Culture Next versucht, mögliche Antworten auf folgende Frage zu sammeln und anzubieten: Wie können die Bewerberstädte - seien es Kandidaten, Titelträger oder ehemalige Kandidaten, die es nicht in die Auswahl geschafft haben - das Beste aus dieser außergewöhnlichen Mobilisierung von Talenten, Ideen, Ressourcen und Energie machen?

Das Netzwerk konzentriert sich auf den Aufbau von Kapazitäten, die Organisation von Konferenzen und Jahrestagungen sowie auf die Entwicklung einer Plattform zur Förderung der Mitgliedsstädte und zur Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen ihnen. Außerdem will das Netzwerk eine Stimme bei der Gestaltung der europäischen Kulturpolitik sein.

Die Stadt Chemnitz ist seit 2023 Mitglied im Culture Next Network.

Als Teil des Europäisches Netzwerks für Kreative Dachnutzungen (ECRN) beschäftigte sich die  Stadt Chemnitz 2020 bis 2024 mit der ungenutzten Stadtfläche, den Dächern. Im Zuge dessen ist in Chemnitz der erste Schritt, das Mapping der Dächer erfolgt. 

Europäisches Netzwerk für Kreative Dachnutzungen

Die Stadt Chemnitz ist Mitglied der European Coalition of Cities against Racism (ECCAR), einem europäischen Städtenetzwerk zur Stärkung des Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung auf kommunaler Ebene.

Die Initiative wurde 2004 von der UNESCO ins Leben gerufen. Heute vereint ECCAR rund 140 Städte aus 23 europäischen Ländern. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein gemeinsamer 10-Punkte-Aktionsplan, zu dessen Umsetzung sich alle Mitgliedsstädte verpflichten.

Deutsches Netzwerk und Austausch

In Deutschland engagieren sich derzeit rund 60 Städte im ECCAR-Netzwerk. Ziel ist es, kommunale Strategien gegen Rassismus weiterzuentwickeln und eine demokratische, vielfältige Gesellschaft aktiv zu fördern.

Ein zentraler Bestandteil ist der regelmäßige Austausch zwischen den Städten:

  • Beim jährlichen deutschsprachigen Netzwerktreffen werden aktuelle Herausforderungen, politische Entwicklungen und gemeinsame Ziele diskutiert.
  • Das Netzwerk der kommunalen Antidiskriminierungsstellen stärkt den fachlichen Austausch, entwickelt gemeinsame Standards und unterstützt den Aufbau nachhaltiger Strukturen vor Ort.

Die Mitgliedschaft ermöglicht es der Stadt Chemnitz, von bewährten Ansätzen zu profitieren, eigene Erfahrungen einzubringen und die kommunale Antirassismusarbeit gezielt weiterzuentwickeln.

Die Stadt Chemnitz ist seit 2006 Mitglied im internationalen Netzwerk Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden), das sich weltweit für nukleare Abrüstung und einen dauerhaften Frieden einsetzt.

Dem von der Stadt Hiroshima initiierten Bündnis gehören heute über 7.500 Städte und Gemeinden aus 163 Ländern an. Auch in Deutschland ist das Netzwerk stark vertreten: Mehr als 550 Kommunen engagieren sich aktiv für die gemeinsamen Ziele.

Als Mitglied bringt sich die Stadt Chemnitz in die internationale Zusammenarbeit für Frieden und Sicherheit ein und setzt zugleich ein sichtbares Zeichen auf kommunaler Ebene.

Innerhalb des Netzwerks ist die Stadt Hannover die zuständige „Lead City“ für Chemnitz und koordiniert die Aktivitäten auf nationaler Ebene.

Die Stadt Chemnitz ist über den Deutschen Städtetag in der Arbeitsgruppe Europa und Internationales vernetzt und erhält dort aktuelle Informationen zu europäischen Entwicklungen, Förderprogrammen und politischen Initiativen.

Europa wird maßgeblich in den Städten gestaltet: Hier werden europäische Politik und ihre Auswirkungen unmittelbar erfahrbar. Gleichzeitig beeinflussen Entscheidungen der Europäischen Union viele Bereiche des städtischen Lebens. Der Deutsche Städtetag unterstützt seine Mitgliedsstädte dabei, diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, einzuordnen und für die kommunale Praxis nutzbar zu machen.

Darüber hinaus fördert der Deutsche Städtetag den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Städten – sowohl auf europäischer als auch auf internationaler Ebene. Themen wie nachhaltige Entwicklung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Frieden stehen dabei im Mittelpunkt. Städtepartnerschaften und internationale Netzwerke leisten einen wichtigen Beitrag, um globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und den Dialog über Grenzen hinweg zu stärken.

Die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe ermöglicht es der Stadt Chemnitz, von den Erfahrungen anderer Kommunen zu profitieren und aktuelle europäische Themen frühzeitig in die eigene Arbeit einzubeziehen.

Die Stadt Chemnitz ist im Deutsch-Französischen Zukunftswerk vernetzt, einem gemeinsamen Format zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich.

Das Zukunftswerk wurde 2020 im Zuge des Aachener Vertrags gegründet, den Deutschland und Frankreich 2019 unterzeichnet haben. Ziel ist es, gemeinsame Perspektiven und Lösungsansätze für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und dabei ökologische, soziale, technologische und wirtschaftliche Aspekte zusammenzudenken.

Aktuell wird das Deutsch-Französische Zukunftswerk neu ausgerichtet und legt künftig einen besonderen Schwerpunkt auf Digitalthemen. Grundlage dafür ist die gemeinsame Wirtschaftsagenda beider Länder, die 2023 verabschiedet wurde.

Logo "Rat der Gemeinden und Regionen Europas | Deutsche Sektion"

Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) ist eine europaweite Organisation kommunaler und regionaler Gebietskörperschaften. Hier sind 60 nationale Kommunalverbände aus 41 europäischen Ländern zusammengeschlossen. Der Rat repräsentiert damit etwa 100.000 kommunale Gebietskörperschaften in ganz Europa. Mit seinen Aktivitäten fördert der RGRE ein vereintes Europa, das auf lokaler und regionaler Selbstverwaltung und Demokratie gründet.

Um dieses Ziel zu erreichen, will der RGRE die Zukunft Europas durch die Stärkung der Gemeinden und Regionen gestalten, die europäische Gesetzgebung und Politik beeinflussen, Erfahrungen auf lokaler und regionaler Ebene austauschen und mit Partnern in anderen Teilen der Welt kooperieren.

Allein in Deutschland repräsentiert der RGRE rund 800 europaengagierte Städte, Gemeinden und Landkreise. Die kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene – Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Deutscher Landkreistag – sind ebenfalls Mitglieder der Deutschen Sektion des RGRE. Zu den Serviceleistungen zählt insbesondere, Kommunen „europafit“ zu machen, über Förderprogramme der EU zu informieren und kommunale Partnerschaften zu unterstützen.

Die Stadt Chemnitz ist seit 2010 Mitglied im RGRE.

Der Kongress ist die Stimme der Städte und Regionen in Europa. 1994 als beratendes Organ des Europarates eingerichtet, vertreten die 636 gewählten Repräsentanten über 200.000 Gebietskörperschaften in 47 Mitgliedsstaaten des Europarates. Als politische Versammlung fördert der Kongress der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE) eine lokale und regionale Demokratie, das regionale Regieren und stärkt die kommunale Selbstverwaltung. Dazu überwacht der Kongress permanent die Einhaltung der Europäischen Charta der kommunalen Selbstverwaltung, beobachtet Gemeinde- und Regionalwahlen und gibt Empfehlungen an die Regierungen der 47 Mitgliedsstaaten.

Die kommunale deutsche Delegation im KGRE besteht aus 18 ordentlichen Mitgliedern.

Beim KGRE ist auch die Koordination der Europäischen Woche der Lokalen Demokratie angesiedelt. Die jährlich um den 15. Oktober veranstaltete Woche macht mit Aktionen in den einzelnen Kommunen der 47 Mitgliedsländer des Europarates auf die Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung aufmerksam.

Die Anna-Lindh Euro-Mediterrane Stiftung für den Dialog zwischen den Kulturen wurde im Dezember 2003 auf dem Treffen der Außenminister zur Euro-Mediterranen Partnerschaft in Neapel beschlossen. Die Stiftung ist damit die erste Institution der Euro-Mediterranen Partnerschaft auf der Grundlage des im November 1995 begonnenen Barcelona Prozesses.

42 Partnerstaaten bilden das Netzwerk der Stiftung, das um einen weiteren Akteur ergänzt wird - dem Generalsekretariat der Stiftung in Alexandria. Partnerländer sind die 28 Staaten der Europäischen Union, sowie Albanien, Algerien, Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Israel, Jordanien, Kroatien, Libanon, Marokko, Mauretanien, Monaco, Montenegro, Palästina, Syrien, Tunesien und Türkei. Somit umfasst das größte Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Förderung des interkulturellen Dialogs 4.000 Nichtregierungsorganisationen, öffentliche Einrichtungen, Stiftungen, lokale und regionale Behörden wie auch private Einrichtungen.

Die Stiftung unterstützt insbesondere Projekte mit direkter Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Dabei gilt die Jugend als wichtigste Zielgruppe. Des Weiteren soll die Kooperation und das wachsende Verständnis durch einen umfassenden Dialog zwischen Europa, den Mittelmeerstaaten und dem Nahen Osten gefördert werden.