Schillingsche Figuren enthüllt

Noch etwas frostig – aber der Frühling kommt
Behutsame werden die Hüllen abgehoben. Foto: Walter Müller-Wähner

Am Dienstag (31. März) wurden die Schillingschen Figuren im Park am Schloßteich aus ihrem Winterschutz befreit. Mit viel Fingerspitzengefühl hat das Team des Grünflächenamts um Erik Wagner die Einhausungen entfernt – unterstützt durch einen Autokran.

Und fast wirkt es, als frören die Figuren noch ein wenig: Der „Morgen“ lüftet sein Gewand, die „Nacht“ hüllt mit ihrem Umhang den Knaben schützend ein – Sinnbilder für Tageszeiten, die nun wieder unter freiem Himmel zu erleben sind.

Die Schillingschen Figuren gehören zu den weit über Chemnitz hinaus bekannten künstlerisch-bildhauerischen Kleinoden aus klassizistischer Zeit. Der aus Mittweida stammende Bildhauer Johannes Schilling (1828 bis 1910) schuf sie als Allegorien auf die Tageszeiten. Sie heißen „Der Morgen“, „Der Mittag“, „Der Abend“ und „Die Nacht“.

Die 1861 gefertigten Originale aus Postelwitzer Elbe-Sandstein standen ursprünglich auf der Brühlschen Terrasse in Dresden. 1908 wurden sie dort durch Bronzegüsse (Duplikate) ersetzt und Chemnitz erhielt die wertvolleren Originale. Seit den 1930er-Jahren stehen sie in der von Stadtbaurat Fred Otto extra für die Aufstellung der Figuren gestalteten denkmalgeschützten Neuen Schloßteichanlage.